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Schöner Satire-Werbespot für Internetzensur.

Zur Zeit beherrscht kaum ein Thema die Medien mehr als Kinderpornographie. Viele Leute sagen viel dazu, doch die meisten haben keine Ahnung worum es geht. Jörg Tauss hat Ahnung, aber er wurde bereits Mundtot gemacht. Worum geht es da eigentlich und was ist das Problem?

Fangen wir mit der Kinderpornographie an: Sie geschieht meist im familiären Umfeld, nicht kommerziell und ohne dass ein Kind dafür entführt oder von den Eltern vermisst wird und ohne, dass es jemand mitbekommt. Die Millionenumsätze die damit kommerziell gemacht werden sollen sind meiner Meinung nach Blödsinn (siehe auch lawblog). Es funktioniert wie eine typische Tauschbörse. Nun kommen einem Bilder vom Kinderschänder Marc Dutroux in den Sinn. So Leute gibt es zwar auch, aber selten. Das Geschäft wird mit Kinderhandel (bzw. Menschenhandel insgesamt) gemacht. Doch diese Leute verkaufen die Kinder eher an Leute, die sie im Stillen missbrauchen, schlimm aber kein Bezug zum deutschen Internet.

Ein weiterer Punkt ist das vorgehen an sich: Die Taten sind geschehen, in den Kreisen wird das Material seine Runden ziehen, da kann man nichts mehr machen. Warum also durch die Sperre dagegen vorgehen und nicht durch den Versuch die Hinterleute zu bekommen? Einige der Server die auf der dänischen Sperrliste stehen, stehen in Nürnberg. Franken ist also für die Deutsche Justiz nicht zu greifen.

Zu guter letzt die Art der Sperre. Wie funktioniert die eigentlich? Nun Computer kommunizieren im Internet untereinander nicht mit ihren Domainnamen (z.b. enno.verbrennung.org) sondern mit ihren IP Adressen (z.b. 217.11.58.146, vergleichbar mit einer Telefonnummer). Damit wir die Domainnamen nutzen können gibt es Domain Name Service Server (DNS Server) die übersetzen, also quasi das Telefonbuch. Die Stehen bei jedem Provider rum, aber auch Privatleute betreiben sie, Vereine, Regierungen usw. In den DNS Servern der Teilnehmenden Provider wird der Eintrag zum Kinderpornoserver also gegen einen anderen ausgetauscht. Ruft man die IP Adresse auf oder nutzt man einen anderen DNS Server als den, der einem bei der Einwahl automatisch zugeteilt wurde, so ist die Sperre nutzlos. Das ist so, als würde man in allen Bochumer Telefonbüchern die Telefonnummer der NPD Zentale durch die der Polizei aus tauschen. Was würden die Leute tun? Das Telefonbuch aus Dortmund benutzen. Und das wäre schon mehr aufwand, als z.b. unter Windows XP den DNS Server zu ändern. Wie das geht gibt es unter anderem bei Microsoft Help&Support nachzulesen. Würde also jemand mit krimineller Energie rund 15 Sekunden investieren um weiterhin an seine Bilder zu kommen!?

Nun könnte man sagen: Es hilft nichts, aber es schadet ja auch nicht. Tut es doch, denn man baut eine Super Zensur-Infrastruktur auf. Zwar dilettantisch, aber die Leute werden sich dran gewöhnen. Es gibt große Vorbehalte und Prüfungen bevor jemand auf die Liste kommt. Aber das war bei der Hausdurchsuchung früher auch so, oder bei der Telefonüberwachung. Einige werden sich an Zeiten erinnern, zu denen es ein Arzt- und Journalisten Geheimnis gab, dass sie nicht vom Staat abgehört werden durften. Oder eine Zeit, als Kennzeichen nicht automatisiert erfasst wurden. Alles Vergangenheit, die Revolution kam nicht.

Erinnert ihr euch an die Filme, wie Hitler an die Macht kam? Und alle sagen “Ich hätte etwas gemacht!” oder “Wieso hat niemand etwas gemacht?“. Wir sind in so einem Prozess: Wir werden flächendeckend überwacht, es wird mit Ausländern und Religion begründet. Statt Polen, Russen und Juden sind die Buzzwords nun Islamisten, Irak und Afghanistan. Unsere Freiheit wird heute am Hindukusch verteidigt früher war es Stalingrad. Und wieder sitzen alle Pizza essend vorm Fernseher und gucken sich Talkshows an. Ich glaube ich suche mir schon mal ein Exil. Jemand nen Tip?

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im Exil | keiser24
Import-Zensur | end of level boss

Alvar hat wieder tolle Fundstücke zugespielt bekommen in denen etwas wichtiges Klar gestellt wird: Wenn der Staat die Provider zur Zensur drängt, dann ist das keine Zensur, weil der Staat ja nichts mit zu tun hat.


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Import-Zensur | end of level boss

Fefe hat heute eine Deutschlandradio Kultur Sendung (5.7MB mp3) verlinkt bei der Fr. Maurer von ECPAT und Frank Rieger vom Chaos Computer Club über die möglichen Sperrungen von kinderpornografischen Internetseiten reden. KiPo, Nazis und Terroristen sind immer schon die Buzzwords gewesen um Kontroll- und Zensurmassnahmen einzuführen. Spannend ist in diesem speziellen Fall, dass die gelobten Filterlisten der skandinavischen Länder zu 96% Server aus Deutschland, den USA und den Niederlanden listen. Dort sind Täter natürlich absolut ungreifbar, da eine zusammenarbeit mit den jeweiligen Justizbehörden zur Zeit unmöglich ist. Spannende “Fakten” sind auch, dass 38% der 10-18 Jährigen ungewollt auf sexuelle Kontakte angesprochen werden. Mag durchaus sein, in Portalen wie SchülerVZ kommt sowas durchaus vor, aber eher von gleichaltrigen. Die Grundlage dieser Zahle konnte ich bisher nicht finden.

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Import-Zensur | end of level boss

Kinder sind doof und nackte Leute das gefährlichste der Welt, diese Fakten sollten bekannt sein. Also warum dem Kind den richtigen Umgang mit Medien erklären, wenn es Filtersoftware gibt die das macht. Und warum schützt uns eigentlich nicht alle der Staat durch ein vorgefertigtes Internet? Im o2 Newsletter war heute fragFINN.de promoted. Also mal die Probe gemacht: Titten wird gefunden, ficken auch. Bei der Suche nach Enno kommen hilights wie “Enno (10 Jahre). Ich bin Enno und ich bin neun Jahre alt.“, vermutlich beim Schreiben Geburtstag gehabt. Das vorzensierte Kind kann aber auch Endlösung oder Tripper kennenlernen. Alles Themen die ich auch wichtig finde, drum schlage ich mich gleich mal selber für die Aufnahme per Webformular vor!

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Ratgeber Kinderschutz im Internet: Die Webfilter von FragFinn
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