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Haben Sie Zeit für ein Interview?” – “Wenn Sie eine Kamera haben, erzähle ich alles, was sie wollen!” – Der Journalist muss kurz lachen und stellt sich vor. Er kommt vom Slowenischen Staatsfernsehen und macht eine Reportage. Kurz überlegen: Ich habe ihn nicht am Telefon, also gehts nicht um Piraten. Ich habe gleich einen anderen Termin, also habe ich keinen mit ihm. Aber er erklärt schon weiter, dass er zufällig auf uns gestoßen ist und den Shop und das Museum so ansprechend fand. Ah Berlin! Heimspiel, los mit den Fragen. Er bittet mich in den engen Trabbi, der im Eingangsbereich steht und fragt mich aus nach dem Tourismus, nach dem Schrecken der Mauer und der Romantik der Ostalgie. Gute fragen, schön zu beantworten. Sowas mache ich gerne. Nach wenigen Minuten steht eine Traube Menschen um den Trabbi, das Interview ist auch schon wieder vorbei und ich kann weiter zum nächsten Termin. Ich hoffe, er meldet sich, wenn die Reportage fertig ist. Oft sehe ich das Ergebnis solcher Einsätze gar nicht. Aber es macht Spaß!

Eines meiner Projekte ist das Historiale BERLIN MUSEUM, welches die Geschichte Berlins in 10 Sprachen in 45 Minuten erzählt. Nun habt ihr dank der Aktion “Berliner Schätze” von 105.5 Spreeradio die seltene Gelegenheit am kommenden Samstag umsonst rein zu kommen.

Solche Events brauchen natürlich Vorbereitung. Wir erwarten viele Hundert Gäste, also müssen alle Stationen ausreichend besetzt sein. Nochmal alle Audioguides Laden und testen und natürlich mit den Medien reden. Heute hatte ich das erste Telefoninterview für Spreeradio, allerdings nicht live. An sich mag ich Radiointerviews, am liebsten live. Man kann dann zeigen, dass man sein Projekt kennt und dahinter steht. Bei aufgezeichneten Interviews weiß man nie, was noch geschnibbelt wurde. Und bei Fernsehinterviews muss der Ü-Wagen kommen oder man muss ins Studio. Auch gut, aber eben Aufwand. Und meine Styleberaterin ist gerade abtrünnig, also müsste ich mich selber einkleiden.

In sofern freue ich mich auf die kommenden Tage an denen ich in Berlin auf 105.5 zu hören bin.

Die letzten Wochen verbrachte ich in erster Linie mit einem Büro Umzug und einem kleinen Event. Sowohl der Verlag als auch die Historiale beziehen neue Räume. Dabei fiel dann auf, dass nur zwei von vier ISDN Anschlüssen umgezogen wurde, Berlin-Mitte eine fiese Gegend für Wlans ist und die Hausverkabelung zu wenige Netzwerkdosen vorsieht. Zm Glück kann man mit einem RJ45 Stecker und einem Cat5 Kabel 4 Telefone bedienen und noch switche in die Büros stellen, aber so richtig schick ist es aus technischer Sicht nicht.

Der zweite Teil war die Auftaktveranstaltung der Reihe “150 Jahre Eingemeindung Moabit, Wedding und Gesundbrunnen“, welche die Historiale organisierte.. Mit historischen Interviews mit Rathenau, Borsig, Bolle und Virchow boten wir den Geschichtlichen Teil. Heinrich Zille und Blüten Benno gab es den äußerst unterhaltsamen Teil. Dort lernte ich auch, dass Moabit das Silicon Valley des 1861 war. Die dort gebauten Lokomotiven und dazu nötigen Werkzeuge waren absolute Hochtechnologie.

Die musikalische Untermalung kam von DJ Grammophon, welcher Steam-Punk qualitäten hat.

Aber auch neue Bürger der Stadt lernt man kennen. Ich kannte den Inoffiziellen Bürgermeister von Moabit, Dr. Kietz Kapitän, bisher nicht. Seit gestern weiss ich also: “Moabit ist Beste!”

 

Als Anerkennung für meine treuen dienste für die Historiale bekam ich eine Reproduktion der Pickelhaube M1842 überreicht.

Pickelhaube m1842 Reproduktion

Von dieser hatten wir 20 Stück sehr aufwändig nach einem Original des deutschen historischen Museums fertigen lassen. Im Schnitt wurde 40 Stunden pro Pickelhaube gearbeitet. Gefertigt werden so aufwendige historische Produkte nur noch in wenigen Manufakturen wie dem Zeughaus Kinnemann. Im Einsatz sieht man die Pickelhauben in diesem Video beim Barrikadenkampf auf dem Alexanderplatz. Mich sieht man verschanzt hinter der Barrikade mit einem Vorderlader. 20Kg Schwarzpulver gingen an dem Abend drauf.

Heute sah ich das erstmal die DVDs mit der Dokumentation zu “meiner” Historiale zur Märzrevolution 1848. Bernd Papenfuss und Wolfgang Helfrich hatten mit ihrem Team alle Veranstaltungen gefilmt und geschnitten. Einer der Höhepunkte war die Abschlussveranstaltung. Sehr umstritten in der Planung, ob man damit nicht zu Makaber erscheint, keine Rabbi, Pastor oder Pfarrer wollten mitmachen. Wir wollten die 200 Särge der Märzgefallenen auf dem Gendarmenmarkt aufbahren, auf den Tag genau 160 Jahre nach dem es im original passierte. Die Firma Lignotec hatte die Särge gesponsert (als Leihgabe). Alles in allem ein wirrer Tag: Am morgen wurden die Särge abgeholt, dabei kollidierte einer der drei Laster mit dem Bürogebäude der Firma. Es gab Schneeregen und es war bitter Kalt. Ab ca. 7 Uhr Standen wir dort und bauten Särge auf Steine, deckten Sie mit schwarzem Tuch ab, setzen die Namensschilder drauf. Wie gut, dass es die Party Piraten gibt (meine liebsten Motorradfahrer aus Berlin). Denen verging der Spaß auch nicht am Sonntag morgen im kalten Schneeregen. Nun encode ich die ganzen DVDs auf dass sie heute noch auf Historiale.de und YouTube finden.

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    Als Feedback zu diesem Eintrag schrieb man mir:
    Schade, daß Du bei Historiale weg bist, Du hast da viel bewegt
    Freut mich doch immer sowas.

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    Dr. David Schiller Militärexperte und Enno Lenze Historiale

    Heute war der Themenabend Militär und Volksbewaffnung. Nach einem Vortrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Potsdam redete Dr. David Schiller, Terrorismus- und Militärexperte sowie Herausgeber des internationalen Waffenmagazins “Visier”, über das Recht auf bewaffneten Wiederstand. Es gab viele Stimmen aus dem Publikum, aber irgendwie stand ich als einziger auf Davids Seite. Zu guter Letzt folgte eine Podiumsdiskussion mit Dr. David Schiller, Gerd Neubeck (dem Polizeiviezepräsidenten von Berlin) sowie Zeughausbetreiber Gert Kinnemann. Einig war man sich da im Groben, dass Waffen unheil anrichten können. Ich glaube viel mehr gemeinsame Punkte gab es dann doch nicht.

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