Tour Berichte

bijî Kurdistan

Karl May hatte sein Dorf kaum verlassen, aber hatte sich sehr gute Reiseberichte angesehen um sein Buch “Durchs wilde Kurdistan” zu schreiben. Was ist Kurdistan eigentlich und warum wurde ich noch nicht weggebombt?

Die Autonome Region Kurdistan ist im Umbruch zwischen einem Bundesland des Irak und einem Souveränen Staat. Es erfüllt an sich alle Kriterien eines Staates und kann sich selber finanzieren. Hier wohnt eine Ethnie, die Kurden. Sie haben mehrere eigene Sprachen bzw, Dialekte und haben ein halbwegs klar definiertes Land. Sie treffen eigene Entscheidungen in der Außenpolitik, habe eigene Visa und eine eigene Armee. Es gibt einen Präsidenten und Minister und eine sehr klare Trennung von Staat und Religion. Alles in allem, eine Gegend in der ich mich wohl fühle. Aber wo sind nun die Bomben? Die sind weiter im Süden gewesen, im Irak. Dort gab es auch den Feldzug der Amerikaner. Doch in Kurdistan war er eben nicht. Hier ist es friedlicher als in Berlin.

Und ich hatte hier einige gute Überraschungen:
Es gibt…
… kaum Staatsschulden
… überall mobiles Internet. Selbst in den Bergen kurz vorm Iran
… kostenlose medizinische Versorgung
… fast keine Steuern
… Frauen und junge Damen die rumlaufen wie in Deutschland
… Eine generelle finanzielle Versorgung aller Studenten
… Subventionierte Häuser und Wohnungen
… Shuttlebusse vom Arbeitgeber
… Essensversorgung durch den Arbeitgeber
… Aber keine Bomben!

Weil das Land so schnell wächst brauch man für alles Mitarbeiter. Es gibt Agenturen, die z.B. von den Philippinen und aus Nepal Leute vermitteln. Dieser erhalten in Erbil ein verhältnismäßig gutes Gehalt und oft auch Kost und Unterkunft. Ein win win Situation.

Die Mentalität der Kurden ist eine sehr spannende Sache: In der jüngeren Geschichte gibt es kaum Rache. Als das jetzige Kurdistan von den Peschmerga eingenommen war, gab es ein paar Saddam-Kasernen, die eingeschossen waren. In einer war ein Schwiegersohn von Saddam. Statt sie auszuhungern oder die Kasernen anzuzünden wurden die Soldaten, nachdem sie kapituliert hatten, mit Lebensmitteln und Medizin versorgt. Sie konnten unter Begleitung in den Orten Besorgungen erledigen und bekamen eine Passage in den Irak. Sowas habe ich noch nie nach einem so schlimmen Krieg gehört.

Man muss hier auch kein Kopftuch tragen, nicht den Koran kennen oder ähnliches. Es ist ein freies Land. jedoch sind die Familien wichtig. Je nach Familie sind die Frauen verschleiert, westlich angezogen oder etwas dazwischen. Man kann aber auch in der Öffentlichkeit Bier trinken, in den Restaurants gibt es fast immer welches und kurze Hosen sind (ausser und er Moschee) völlig ok.

Sicherheitslage in Kurdistan

Wie ist die Lage hier? In Erbil fühle ich mich sicherer als in Berlin-Mitte. Alleine schon, weil mir hier noch kein komischer oder gefährlich wirkender Mensch unter gekommen ist. Ich habe keine Leute gehabt, die mir irgendwas andrehen wollten oder dir auf mich einen gefährdenden Eindruck gemacht haben. Ich kann mich komplett frei bewegen. Ich brauche keinen Schutzhelm, keine Schusssichere Weste und keine Waffen. Auch keine Personenschützer oder gesicherten Fahrzeuge. Es ist alles in Ordnung und die Sonne scheint. Im Gegensatz zu Berlin: U-bahn-schläger, Autos brennen, usw.

Auch Richtung Norden und Westen sieht es gut aus. Rawaduz und Sulaymaniyya‎ Richtung Iran sind kein Problem. Auch die Wege dahin sind sicher. Die Straßen sind relativ neu und gut zu befahren. Nur Mosul und Kirkuk gehören zu den ungemütlicheren Gegenden direkt an der irakischen Grenze.

Montag, 26.09.2011

Nachdem ich um zwei Uhr morgends endlich meinen Vortrag fertig hatte ging es ins Bett. Da mein Flug ab München ging musste ich zunächst von Berlin aus dort rüber. Auto viel wegen unpraktischkeit aus, in den Zug wollte ich mich aber auch nicht für über sieben Stunden setzen. Also Flog ich ab Tegel fix rüber. Davor fiel mir auf, dass ich noch einen Koffer brauchte, eine Sonnenbrille, Sonnencreme und ein paar Hemden. Zwischen aufstehen und boarding algen vier Stunden, sollte also gehen. Mit dem Bus ging es 18 Minuten zum Flughafen. Auf der Strecke sollte es Staus geben also fuhr ich ausnahmsweise mal sehr früh zum Flughafen und war eine gute Stunde vor Boarding da, was dazu führte, dass ich fast eine Stunde rumsatnd. Nächste Mal also wieder anders. In München lief alles gut. Mein Koffer (den ich kaum erkannte) kam als dritter vom Band und ich hatte vorm Boarden der nächsten Maschine genug Zeit zu Frühstücken. Das war mir bisher entgangen. Beim Checkin Traf ich dann auf den ersten Teil meiner Reisegruppe, nämlich der Band Fertig, Los! sowie ihrem Kamerateam. Allesamt nette Leute mit denen man die Zeit bis zum Abflug gut verbringen konnte. Nach dem Obligatorischen Zollbesuch inklusive komplettem Abtastenund Sprengstofftest galt es wieder eine Weile in der Gagand rum zu sitzen. Erst im Bus zum Flugzeug trafen wir auf weitere Teilnehmer, wie die Alpenbläser und ein Sänger-Duoette. So Enge Busse sind immer gut um Kontakte zu knüpfen. Dort lernte ich einen Iraker kennen, der für die Diakonie in Deutschland Obdachlose Betreut sowie einen irakischen Arzt, der seit 21 Jahren in Österreich praktiziert. Wir tauschten erste Kontaktdaten aus um uns in Erbil zu treffen. Der Flug selber war dank der ganzen Umgebung kurzweilig. Mich beschlich das Gefühl, dass die kurdischen Iraker sehr kommunikativ sind und meine Visitenkarten einfach nicht reichen werden.

Der Flug vergeht uninteressant, wie viele Flüge. Der Flughafen ist top modern. Die Leute sind offen und nett.

Erbil International Airport

Erbil International Airport

Siggi Martsch holte uns am Flughafen ab, der wirklich Modern ist. Der Stadt selbst sieht man auf den ersten Blick den Umbruch an. Zwischen zum Teil wenig gepflegten Häusern stehen bunt beleuchtete Luxushotels. In nur zwanzig Jahren wuchs diese schöne Stadt von 250.000 auf 1.3 Millionen Einwohner.

Abholen am Flughafen

Abholen am Flughafen

Das Hawler Plaza Hotel macht (abgesehen vom Einschussloch überm Eingang) einen sehr guten Eindruck. In Deutschland so 3-4 Sterne und es gibt schnelles, kostenloses WLAN.

Erbil bei Nacht

Erbil bei Nacht

Dienstag, 27.09.2011

Da nachts vor meinem Zimmer gebaggert wurde hatte ich mir ordentlichen Gehörschutz in die Ohren gehauen. Ich wachte dennoch früh auf, weil ich vergessen hatte die Klimaanlage aus zu machen und ich dabei war zu vertrocknen. Zum Glück hatte ich Lutschtabletten und Wasser da. Da ich auch etwa 4h geschlafen hatte war es eh an der Zeit aufzustehen und das Frühstück zu genießen. Wie Siggi nachher sagte “Die Unterkunft ist gut, Frühstück ist … vorhanden“. Nicht so umfangreich wie hier, aber durchaus ausreichend. Anschließen gab es das Briefing: Wer hat wann welche Auftritte oder Verpflichtungen? Wo gibt es Simkarte und Geldtausch und vor allem: Wo sind wir hier und was ist das für eine Kultur.

Kurdistan ist extrem Fortschrittlich. Man Merkt, dass Religion kein Problem ist, wenn sie nicht von Fundamentalisten dominiert ist und wenn sie vom Staat getrennt ist. Der größte Teil der religiösen Einwohner sind Moslems. In Kurdistan gibt es eine 1/3 Frauenquote für Regierung und Verwaltung die gesetzlich geregelt ist und praktiziert wird. Die großen Banken werden von Frauen geleitet. Die Minderheit von fundamentalen Christen ist gegen Frauen in solchen Jobs und für ein Alkoholverbot. Aber auch diese haben ihre Daseinsberechtigung und sitzen im Parlament. Es gibt Sonderrechte für Minderheiten, so dass die 5% Hürde für sie bei Wahlen nicht gilt.

Zum anderen lernten wir einiges über Saddam. Er hat persönlich etliche Menschen die ihm unlieb waren ermordet und sich gerne dabei filmen lassen. z.B. auch ein Schulmädchen, was dummerweise zur falschen Familie gehörte.

Alles in allem ist die Geschichte des Landen und vokalem die Fortschritte die es macht sehr spannend.

Siggi Martsch erklärt Kurdistan

Siggi Martsch erklärt Kurdistan

Danach ging es in die gegenüberliegende Shopping Mall.

Shoppen in Erbil

Aline probiert Gewänder an

Am Eingang steht ein Metalldetektor und Sicherheitspersonal, aber man kommt ohne Probleme und schnell rein. Nach einem kurzen Mittagessen mit einem Teil der Gruppe lief ich in die Innenstadt um etwas von Erbil zu sehen.

Baustellen in Erbil

Baustellen in Erbil

In der ganzen Stadt wird viel und umfangreich gebaut. Der Verkehr ist etwas Chaotischer als bei uns, aber nicht viel. Bei der Kleindung merkt man, dass junge Leute auf der Welt zunehmend gleich aussehen und die Unterschiede nur noch ab einer Generation über mir existieren.

Nach knapp 30 Minuten war die Zitadelle zu sehen. Der älteste durchgehend bewohnte Stadtteil der Welt. Schon vor 6.000 Jahren wohnten hier Menschen.

Zitadelle in Erbil

Zitadelle in Erbil

Die Stadt ist voller kleinerer und größerer Läden in denen man von Gebrauchten Wasserohren bis hin zu aktuellen Handies und HD-Camcordern alles bekommt. Zwischendurch gibt es leckeres und frisches Essen zu günstigen Preisen. Es erinnert mich ein bisschen an Teile Shanghais.

Mittendrin steht ein Motoroller mit einem Deutschen KFZ-Kennzeichen.

Motorroller mit deutschem Kennzeichen

Motorroller mit deutschem Kennzeichen

Die Stadt ist faszinierend. Leider kann ich mich mit den meisten Leuten nicht gut verständigen. Auch als ih nach zwei Stunden in kleinen Straßen nicht mehr wusste wo ich war fand ich mit englisch und deutsch wenig Hilfe und nahm mir ein Taxi. Dem Fahrer Zeigte ich meine Hotel-Karte, mit der er nicht viel anfangen konnte. Er zeigte immer auf das Foto des Hotels und den Namen da drunter. Es dauerte etwas, bis ich verstand, dass er es nicht lesen konnte. In dem Moment, wo ich ihm den Namen des Hotels (in lateinischen Buchstaben geschrieben) vorlas, fuhr er mich direkt hin. Ich fragte ihn nach der Ankunft was er bekäme. Er erklärte mir halbwegs, ich solle zahlen, was ich für richtig halte. Gut, dass ich mich vorher informiert hatte, was so etwas kosten darf. Somit waren wir beide zufrieden.

Ein Kurde verdient hier ca. 1000US$ im Monat. Keine Steuern, keine Sozialabgaben. Telefon, Internet, Strom und Wasser sind sehr günstig, auch gibt es keine KFZ Steuern. Somit ist das Leben hier relativ günstig und man kann mit dem Einkommen gut leben. Das Land entwickelt sich gut, die Leute bekommen Jobs, es gibt eine breite Mittelschciht und viele Leute die gut verdienen. Neben BMW X1 sieht mana uch mal eine AMG M Klasse und sogar eine ZZR 1100. Dazu muss man bedenken, dass man die Wagen hier nich einfach im Laden bekommt sondern die Beschaffung noch etwas aufwändiger sein kann.

Abendessen in großer Runde

Abendessen in großer Runde

Zum Abendessen ging es in das Erbil Speed Center, eine Kartbahn mit Sports-Bar und sehr gutem Restaurant. Dort entsteht auch das Marriot Erbil sowie 4.000 Wohneinheiten in Mehr- und Einfamilienhäusern sowie einem sehr beeindruckenden Büroturm und weiteren Bürogebäuden. Da fällt einem wieder auf: Nicht das Klischee, das wir von der Gegend im Kopf haben. Das Essenw ar ausgezeichnet und ein mustergültiger Service. Dazu lief das Championsleague Spiel auf dem Beamer. Also alles, wie man es kennt. Auch schön war es beim Essen Leute zu treffen die ich nur aus Erzählungen kannte oder die ich lange nicht gesehen hatte. Im Anschluß an das Essen drehten wir einige Runden mit den Karts, was auf der gut ausgebauten Strecke wirklich spaß macht.

Erbil Speed Center

Erbil Speed Center

Da wir zu wenig Sitzplätze bei der Rückfahrt hatten wurden wir auf verscheidene Autos verteilt. Ich fuhr im Pizzataxi mit in dem wir zu den aktuellen Charts mitgröhlen konnten.

Mittwoch, 28.09.2011

Der Tag heute ging früh los. Und wir mussten mir 15 Leuten in einem kleinen Bus (mit 5 Sitzreihen!) fahren. Ein Abenteuer für sich.

15 Mann im Kleinbus

15 Mann im Kleinbus

Zunächst gab es zwei spannende Vorträge in der Salahaddin University. Die Uni wird gerade ausgebaut und sieht sehr schick aus. Sie wird von 20.000 Studenten in allen möglichen Fachrichtungen besucht. Studieren ist hier für alle möglich, da man eine Art finanzielle Grundversorgung erhält, sobald man studiert. Und das obwohl es keine Steuern gibt und einen ausgeglichenen Haushalt. Ein Liter benzin kostet ca 50 Cent, eine Schachtel Gauloises 75 Cent.

Zwei spannende Vorträge

Zwei spannende Vorträge

Der erste Vortrag behandelte den Genozid Saddams an den Kurden am Beispiel des Barzani Clans. Es ist unglaublich, wie viel Aufwand Saddam betrieb. Die Leute wurden nicht einfach getötet. Zunächst wurden alle Männer zusammen gefercht, man liess sie Teils exekutieren, teils in Kzs sterben. Die Frauen folterte man psychisch und physisch auf alle erdenkliche weise. Man Trieb die Kurden in den Norden, wo sie die Türken aber auch nicht wollten. Ein unglaubliches Leid. Ohne irgend einen Grund. Da gibt es Parallelen zu Nazi-Deutschland.

Was viele Deutsche nicht wissen: Das Equipment für die Sarin-Angriffe stammte teilweise aus Deutschland. Geld stinkt eben nicht. In Deutschland hatte man es schon 1988 mit der Aufklärung nicht eilig. Die Verantwortlichen wurden natürlich in Deutschland zur Verantwortung gezogen und erhielten für diese Beihilfe zum Völkermord Bewährungsstrafen. Es wird sie erschüttert haben.

Der nächste Vortrag behandelte die „displaced children“ nach dem zweiten Weltkrieg. Ein internationales Team, welches ein Vorläufer der UNHCR war versorgte u.a. in einem Kloster Waisen. Sie wurden medizinisch und psychisch behandelt, erhielten genug Essen, eigene und passende Kleidung und ähnliche für uns selbstverständliche Dinge, die Ihnen wieder ins normale Leben verhalfen.

Im Anschluss an diesen spannenden Vormittag aßen wir eine Unmenge traditionelles Essen. Keine hatte mehr Hunger, aber alle aßen weiter bis man uns nach Hause rollen konnte.

Alphörner über Erbil

Alphörner über Erbil

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es zur Zitadelle, einem der ältesten Gebäude der Welt. Hier spielten die Alphornbläser für die Stadt Erbil. Der Auftritt wurde von Menschentrauben begleitet und dauerte weit über eine Stunde. Ich hatte viel Gelegenheit mich mit den Leuten vor Ort zu unterhalten. Oft sprechen hier Leute englisch oder gar deutsch. Sie sind vor Saddam geflohen und kehren nun zurück. Alles sehr offene und nette Leute. Viele freuen sich darüber, wie sich hier alles entwickelt und dass man als Gast in dieses Land kommt. Auch mit Leuten aus Mossul und Baghdad sprach ich. Diese rieten mir aber davon ab, sie besuchen zu kommen.

Mein Visum lässt eh nur eine eingeschränkte Bewegung zu und ohne ein explizites OK kann ich die Stadt nicht verlassen. Das ist schade weil ich z.B. Babylon oder eine der Nachbarstädte gerne gesehen hätte, aber die Leute vor Ort werden schon wissen was geht und was nicht.

Nach dem Auftritt war besonders Julia von „Fertig, Los!“ sehr gefragt.

Julia ist begehrt

Julia ist begehrt

Der Abend endete wieder im Speed Center, wo ich vor dem Essen noch ein Kartrennen mit einem teil der Bläser fuhr. Mein Versuch die Gruppe in der Kurve im Slalom zu überholen endete in einem Flug über den Curb und einer Landung in der Wiese dahinter. Aber ich konnte das Kart fangen, den Überholvorgang abschließen und vor ihnen wieder einscheren. Jedoch wurde ich von der Rennleitung ermahnt.

Mit Siggi Essen zu gehen ist immer spannend. Er hat ein sehr interessantes aber auch wildes Leben. So kann er interessante Geschichten zu Blackwater, zu den 90ern im Irak und zu Saddam erzählen und man hat nie alles gehört.

Beim Essen erreichte mich auch die Nachricht, dass die PKK Räume von RTL in Köln besetzt hält. Im Kurier liest sich das ganze recht harmlos. Kommt vor. Da dachte ich mir wieder: Wie gut, dass ich im Irak bin. In Deutschland wäre es mir gerade doch zu unsicher.

Donnerstag, 29.09.2011

Der Donnerstag begann relativ früh nach fünf Stunden schlaf. Zusagen und Arbeit sind in Erbil immer wieder schwierig. So gab es auch Probleme beim Transportieren der Zelte und Bierzeltgarnituren zum Veranstaltungsort. Helfer sind mit unserer Bläsertruppe immer schnell gefunden, ein passendes Fahrzeug musste noch organisiert werden. Auf dem Weg zum Aufladeort sieht man jede Menge gut gesichertes Gefahrgut.

Sicher verstaute Gasflaschen in Erbil

Sicher verstaute Gasflaschen in Erbil

In der Prallen Sonne begannen wir acht große Zelte und 25 Bierzeltgarnituren zu verladen. Es ist so heiß, dass schon rumstehen anstrengend ist.

Zelte und Bänke verladen

Zelte und Bänke verladen

Nach dem Transfer zum Minarettpark musste das ganze natürlich abgeladen und aufgebaut werden. Ich lerne zur Zeit zwei neue Sprachen: Kurdisch und Ällgäuisch, so auch beim Aufbau die Fachterminologie für Quer- und Längsverbaute Zeltstangen. Alles lief mit deutscher Gründlichkeit und Präzision recht schnell. Auch das deutsche Krombacher kam zum Einsatz.

Aufbau der Location

Aufbau der Location

Mein Respekt vor der Aufbauleistung ist relativ hoch. Mehr aber noch davor, dass die Truppe bei 40 Grad und Bier nicht auf der Stelle tot umgefallen ist. Die Tribüne für die normalen und die VIP Gäste standen bereits und die Bands testeten die Bühne und den Sound ausführlich.

Minarettpark in Erbil

Minarettpark in Erbil

Der eigentliche Park ist nebenan und sehr aufwändig und mit viel Liebe zum Details gestaltet. Einzig die Toiletten entsprechen, gelinde gesagt, nicht deutschen Standards.

Sandro und Aline singen

Sandro und Aline singen

Nachdem die Alphornbläser den Abend unter den Augen des Bildungsministers einleiteten ging es mit einem lokalen Orchester und Sandro Schmalzl (Tenor) sowie der von weiter oben bekannten Aline (Sopranistin) weiter.

Zu diesem Zeitpunkt stand ich jedoch bereits hinter dem Tresen und lernte von Horst das Zapfen. Dort verbrachte ich einen großen Teilt es Abends zwischen Zapfen und Leuten erklären, dass sie kein Bier bekommen wenn sie nicht annähernd das passende Alter haben. Das ganze ist auf Dauer sehr anstrengend, weil eine Diskussion hier so lange dauern kann, bis beide keine Lust mehr drauf haben. Auch wenn inzwischen ein Pulk von jugendlichen um mich rum stand und in allen erdenklichen Sprachen nach Bier fragte, ich aber nicht mehr antwortete, wurden es nicht weniger. Bierausschank ist hier selten, aber nichts neues. Viele Restaurants und Festzelte schenken Bier aus. Man sollte es aber nicht außerhalb dieser Orte trinken um hier nicht negativ aufzufallen. Ich würde meinen es ist vergleichbar mit Koksen in Deutschland. Also halbwegs akzeptiert, aber nichts wirklich öffentliches.
In meinem Fall wurde es Zunehmend anstrengender, bis mir die Polizisten zur Hilfe kamen. Nicht dass man explizit sie gebraucht hätte, aber sie konnten in passendem Ton und Sprache sagen, dass es nichts gibt und blieben den Rest des Abends in der Nähe, was doch sehr half. Es gibt hier überraschend viele Deutsche und Englischsprachige Ausländer, die alle gerne eine Maas mit nahmen.

Fertig, Los! Im Minarettpark

Fertig, Los! Im Minarettpark

Das Konzert von “Fertig, Los!” verpasste ich komplett, hörte es aber einigermassen. Als es schon lange dunkel und das Bier leer war endete das Fest. Auch er Abbau war wie Arbeit. Nur, dass die Alphornbläser aus unklaren gründen müde, aber sehr unterhaltsam waren, aber nichtmehr recht arbeitsfähig. Wie immer gaben Sie dem Fahrer im Allgäuer Dialekt Anweisungen die auch mehr oder minder funktionieren. Zumindest kommen wir immer dort an, wo wir hin wollen.

Ich räumte noch den Rest mit weg und viel gegen 2 Uhr total platt ins Bett. Es erwarteten mich gute vier Stunden schlaf und ein anstrengender Tag.

Freitag, 30.09.2011

Der Tag begann viel zu früh und halb tot trollte ich mich in den Bus. Wie hatten eine lange aber eindrucksvolle Tour vor uns. Es ging endlich ins “Wilde Kurdistan” wie manne s sich bei Karl May vorstellt. Vorbei an großen Gebirgen durch tiefe Canyons und an einer unglaublich schönen Gegend vorbei bis kurz vor der iranischen Grenze.

Unbegleitete Ziegen haben Vorrang

Unbegleitete Ziegen haben Vorrang

Mehrspuriges überholen

Mehrspuriges überholen

Kurdistans berühmtester Wasserfall

Kurdistans berühmtester Wasserfall

Saddams alte Abhöranlage Richtung Iran

Saddams alte Abhöranlage Richtung Iran

Tiefe Schluchten

Tiefe Schluchten

Besser, als der grand canyon

Besser, als der grand canyon

Nach 12 Stunden auf der Strecke und zwei Tagen Blog nach schreiben werde ich die Badewanne einweihen und mich auf den morgigen Tag freuen.

Samstag, 01.10.2011

Heute war also mein großer Tag. In den Räumen des Deutsch-Kurdischen Kulturzentrums hielt ich meinen Vortrag über die Entwicklung Deutschlands seit dem 2. Weltkrieg. Über die verworrene Situation eines Täter-Volkes, über die Trennung, Hoffnungen, Ängste und den Mauerfall bis hin zur Wiedervereinigung. Siggi konnte noch das eine oder andere interessante ergänzen und stellte im Anschluss seine Tätigkeiten vor. Die sind oft von ziemlich traurigen Bilder geprägt. Man kann sich kaum vorstellen, was für ein Gefühl das sein muss, wenn man zu einem Dorf fährt um es zu unterstützen und auf dem weg die Türkischen Kampfjets über einen herschießen. Das Dorf war weggebombt bis er da war, nur ein vermeintlicher Blindgänger war liegen geblieben. Dies war aber eine Splitterbombe mit Zeitzünder, welche die Rettungskräfte töten sollten. In was für einer perfiden Welt leben wir eigentlich, dass man mit so etwas Geld verdienen und Politik machen kann? Das ist auch kein Problem der “anderen”. Deutschland gehört zu den größten Waffenherstellern der Welt und ist sehr gut im optimieren der Kostenstrukturen damit man pro toten nicht zu viele Euro zahlt.
Alles, was er hier tat ist spannend und gefährlich gewesen. Er überlebte sechs Anschläge und Saddam hatte mehrfach 1 Million Kopfgeld “dead or alive” auf ihn ausgesetzt. Dennoch wurde er nicht Müde für dieses Land einzustehen.

Ein Anfal überlebender berichtet

Ein Anfal überlebender berichtet

Im Anschluß fuhren wir in die Wüste raus zu überlebenden des Anfal. Anfal ist eine Saddam-Operation von 1988 bis 1989 bei der es Darum ging Kurden und Sunniten im Irak organisiert zu internieren und auszulöschen. Jörg, der mitgereiste Journalist, filmte mit viel Körpereinsatz eine Menge des Dorfes und der Leute dort. Von dem KZ, welches dort stand, war nichts mehr zu sehen. Aber ein Zeitzeuge schilderte, was er erlebte und zeigte im jetzigen Dorf die Stellen. Alle “Männer” wurden verschleppt. Männer waren alle männlichen Kurden zwischen 10 und 90 Jahren. Tausende kamen um, wurden verstümmelt oder psychisch gefoltert. Ein ganz dunkeles Kapitel der Geschichte des Landes und gerade mal so lange her, wie der Mauerfall.

Ziegen jagen in der Wüste

Ziegen jagen in der Wüste

Auf dem Rückweg kamen wir vorbei an großen Parkplätzen, die voller Nissan Fahrzeugen standen. Hunderte müssen es gewesen sein. Dieser Parkplatz wird wöchentlich geleert und ins Land verteilt. Daneben ein etwas kleinerer Parkplatz von Caterpillar und einer für gebrauchte LKW. Der bedarf muss enorm sein.

LKW Handel

LKW Handel

Ohne Mittagessen ging es in die Deutsche Schule in Erbil. Hier sangen Alice und Sandro Schmalzl und die Alphornbläser spielten einige Lieder. Der Bildungsminister und der Generalkonsul waren da, dazu viele Eltern und ihre Kinder.

Alphörner vor der deutschen Schule in Erbil

Alphörner vor der deutschen Schule in Erbil

Deutsche Schule in Erbil

Deutsche Schule in Erbil

Danach gab es endlich Essen. Da ich seit etwa 10 Stunden nichts hatte war dies ein sehr wichtiger Punkt. Im Martina saßen wir an einer langen Tafel und speisten vorzüglich. Siggi gab ein TV Interview und wurde zu recht als “Interview Profi” tituliert. Antworten auf die gängigen Irak und Kurdistanfragen kann er im Schlaf auf mehreren Sprachen runterbeten.

Ich saß derweil mit Jörg, einem Landtagsabgeordneten und zwei Kurden zusammen. Einer von Ihnen war UN Mitarbeiter, der die ganze Welt gesehen hatte, ausgezeichnet englisch Sprach und die unglaubliche Langsamkeit fast aller großen Organisationen im Krisenfall bemängelte. Er war auch in Ruanda gewesen aber erst, nachdem ich schon weg war. Das Gespräch war sehr interessant, da er viele der Details der ganzen Kriesengeschichten der Welt kannte und mir viel über die Situation in Kurdistan und im Irak seit Saddam bis heute erzählen konnte. Doch auch dieser Tag musste irgendwann zünde gehen. Wie jeden Tag viel ich halbtot ins Bett.

Sonntag, 02.10.2011

Am morgen ging es wieder in die Universität. Diesmal fand eine Podiumsdiskussion zum Thema Föderalismus statt. Welche Chancen bietet dieser dem Irak und Kurdistan? Die Positionen waren gut, die Vorträge interessant und unterhaltsam und ich lernte einen weiteren Minister des Landes kennen. Das Irakische Fernsehen war anwesend und filmte die gesamte Veranstaltung. Am Ende war der Tenor in etwa: Föderalismus ist gut, aber alle müssen etwas für tun und es wird eben eine Zeit dauern, bis alles funktioniert.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Von dort aus ging es zum Basar am Fuße der Zitadelle. Ich probierte mich durch den einen oder anderen Stand und liess mich viel mit Kurden fotografieren, welche das gerne tun. Hier haben die laden oft Wlan-Telefone, weil die Verbindung per Kabel kaum gegeben ist.

Ein Bazar Händler

Ein Bazar Händler

Kabelsalat

Kabelsalat

So muss man für ein Gebäude oder einen Bazar nur ein paar Wlan-Accespoints verteilen und ein Telefon in die Steckdose packen. Später ging es auf die Zitadelle. Diese ist das am längsten durchgehend bewohnte Gebäude der Welt mit nunmehr über 6.000 Jahren. Hier trafen wir auf Kurden, die in Hamburg leben und die einer Freundin ihr schönes Land zeigten.

Deutsche Touristen

Deutsche Touristen

Am Abend gab es ein sehr gutes Konzert im Garten der St. Josephs Kirche in Ainkawa. Es war warm, viele Kinder da, die Musik war gut. Sehr schön. Ich traf dort ein junges Paar. Sie war Spanierin und Christin, er Kurde und Moslem. Beide lernten sich in England kennen und heirateten. Sie haben damit kein Problem, ihre Familien auch nicht.

Danach ging es zu einem Abendessen, das nur aus Vorspeise und Nachtisch bestand.

Abendessen!

Abendessen!

Nicht aus Geiz, sondern weil es so viel war dass man es kaum essen konnte. Der große Tisch war etwa zwei mal komplett gefüllt nur mit Vorspeisen. Das Obst zum Nachtisch konnte man kaum noch rein stopfen. Wie immer konnte man von Siggi viele interessante Geschichten aus seinem vielfältigen Leben hören.

Was habe ich nur für Freunde?

Als ich nach hause kam wollte ich es kaum glauben. Ich schreibe viel bei Facebook, von dem, was ich hier tue. Nun kamen einige sehr traurige Kommentare darauf. Leute, die ich meine Freunde nannte, mit denen ich Studiert habe oder in der Schule war, die für mich leckere Sachen gekocht haben. Juristen, BWLer, studierte Leute, die eine gewisse Grundbildung haben sollten, aber scheinbar den falschen Nationalstolz. Sie schreiben mir, dass ich mit Terroristen Sympathisieren würde, dass ich mich mal informieren soll, was für einen Scheiß ich schreibe und ähnliches. Es ist ein völlig blinder Hass den Kurden gegenüber. Ohne Argumente, ohne echte Aussage. Es klingt genau so wie die Nazi-Aussagen gegenüber den Juden. Die einfache frage, warum sie die Kurden hassen können sie nicht mal beantworten. Sie überschlagen sich in Worten wie “Terroristen, Mörder, kriminelle” – aber einen Grund liefern sie nicht. Ich finde das wirklich erschreckend. Ich habe aber auch keine Lust auf so einem Niveau weiter Kontakt zu halten, da eine Auseinandersetzung mit dem Problem gar nicht gewünscht ist. Wie kann so was heute noch sein? Ich verstehe es nicht.

Montag, 03.10.2011

Heute war der Tag der großen Abreise: Die Alphornbläser, Fertig Los, Sandro Schmalzl und Aline verließen uns samt Kamerateam. Aber vorher hatten wir noch einen schönen Abend im Generalkonsulat.

Abschied nehmen am Airport Erbil

Abschied nehmen am Airport Erbil

Mit der großen Holzkiste voller Alphörner beladen ging es durch die drei Sicherheitschecks. Ich denke wir werden uns in Deutschland noch mal sehen. Ich bleibe noch, gerade beim Anblick dieser Skyline!

Skyline von Erbil

Skyline von Erbil

Dienstag, 04.10.2011

Mein erster Tag alleine im wilden Kurdistan. Und der erste Abend an den ich etwas Zeit habe die vergangene Woche Revue passieren zu lassen. Es kommt mir vor, als wäre ich einen Monat hier. Ich habe so viele Leute kennen gelernt, so viel gesehen und so viel erlebt. Diese Woche hat mir mehr gebracht, als viele Jahre meines Lebens davor. Ich war lange nicht mehr in einem wirklich anderen Kulturkreis und habe mich lange nicht mehr mit so grundlegenden Fragen des Lebens an sich befasst.

Hier steht ein Staat am (neu)Anfang seiner Geschichte. Ein reiches Land mit Starken Menschen, die so viel erleiden mussten und sich doch nicht rächen. Sie sehen in die Zukunft und in 10-20 Jahren ist man hier auf Augenhöhe mit Europa.

In den Gesprächen erfuhr ich viel über die letzten Jahre hier. Dass Saddam hier Krieg führte ist so lange her, wie der Mauerfall. Die Peschmerga saßen in den Bergen, die Städte waren zerstört. Und vorhin fuhr ich am Internationalen Flughafen und am Porsche Autohaus vorbei. Verrückt. Vor einigen Jahren gab es hier Strom aus einem Ölkraftwerk für 2 Cent pro kw/h und für eine 20A Leitung zahlte man ca. 400 Dollar. 20A bei 220V Reichen für eine Herdplatte, eine paar Glühbirnen und das Radio, vielleicht etwas mehr, aber große Sprünge sind nicht drin. Inzwischen kamen Wasserkraftwerke und Strom aus dem Ausland dazu. Und die kw/h kostet über 30 cent. Das ist die andere Seite der Medaille. Es wird immer besser, aber eben auch immer Teurer. Die Ausländischen Firmen kommen her, die einheimischen Wachsen.

In den Fotos sieht man andauernd die großen Baustellen im Hintergrund. Allein in dieser Stadt werden gerade Wohnungen und Häuser für zehntausende gebaut. Es gibt Luxushotels und gute Restaurants, dafür sollte man auf dem Bazar nichts essen, was mit Wasser gewaschen wurde. Dieses hat nicht die beste Qualität. Diese Gegensätze, die hier noch herrschen machen es so interessant. Ich kann nur jedem Empfehlen hierher zu kommen und das Land welches als “Mesopotamien” romantische Bilder im Kopf erzeugt anzusehen.

Am Abend kam auch Verena an, welche ich im Laufe der Woche überzeugen konnte sich dieses schöne Land auch anzusehen.

Donnerstag, 06.10.2011

Wie ich schon häufiger schrieb gibt es in Erbil unglaublich viele Bauprojekte. Eines davon ist das Empire, zu dem das Erbil Speed Center gehört. Neben dem Speedcenter entstehen hier diverse Villen, ein riesiger Businestower sowie ein Marriot. Im Speed Center gibt es ein Modell davon. Und von dieser Projektgröße gibt es hier einige.

Empire in Erbil

Empire in Erbil

Heute besuchten wir das Assyrische Museum in Erbil. Die Assyrer sind größtenteils Christen, in einer sonst muslimischen Umgebung. Im Stadtteil Ainkawa, in dem ich gerade wohne, gibt es viele Christen und somit auch viele Kirchen. Etwas ungewohnt für mich, gerade weil sie nicht wie Kirchen bei uns aussehen. Das hier gezeigte Foto fand ich bei Cominganarchy.

St. Josephs Church Erbil

St. Josephs Church Erbil

Das Museum ist kostenlos, auch in englisch beschriftet und sehr gut. Die Aufmachung ist sehr einfach, aber die Exponate sehr interessant. Es gibt kurze, gute Texte. Neben der Kleidung der verschiedenen Clans sieht man Werkzeuge, Schriftstücke, Webstühle kann Lebensläufe lesen und vieles mehr. Es fiel auf, dass viele der hervorgehobenen Persönlichkeiten viele Sprachen (auch Europäische) beherrschten. Einer von ihnen übersetzte gar Shakespeare.

Assyrisches Museum Erbil

Assyrisches Museum Erbil

Zu guter letzt ging es zum Shoppen in die Majidi Mall. Die Mall ist so groß, wie die bei uns bekannten großen. Es gibt viele Kleidungs- und Technikläden und das obligatorische “keine Schusswaffen”-Schild am Eingang. Auch hier trafen wir wieder Deutschsprachige Kurden. Die Dialoge sind zum Teil sehr lustig, wenn der Kurde, der seit 4 Monaten (wieder) hier ist Horst in seinem Land willkommen heisst. Horst wohnt aber seit 8 Jahren hier und kennt die Stadt im Moment vermutlich besser. Auch ein Ladenbesitzer sprach umfangreich mit uns. Immer wieder schön, wie offen die Leute hier sind.

VW Bus in der Majidi Mall

VW Bus in der Majidi Mall

Vor ein paar Tagen hat Google die Karten von Google Maps umfangreich aktualisiert. Endlich gibt es ordentliche Karten von Erbil. Bisher waren hier nur ein paar Straßen verzeichnet. Aber auch jetzt kann man davon ausgehen, dass die Stadt schneller wächst als google Straßen eintragen kann.

Erbil bei Google Maps

Erbil bei Google Maps

Freitag, 07.10.2011

Heute ist Wochenende, zumindest in Kurdistan. Ich habe also meinen Tag in Bildern dokumentiert. Da sich die Stadt, wie oft erwähnt, so schnell wandelt habe ich ein dilettantisches Panorama von der Zitadelle aus nach Norden und Süden gebaut.

Schilderwald

Schilderwald

Zwei Blackhawks über Erbil

Zwei Blackhawks über Erbil

Motoboot fahren im Park

Motoboot fahren im Park

Ein großer Spielplatz

Ein großer Spielplatz

Resume

Kurdistan

Kurdistan nahe Dokan

Nach zwei Wochen in diesem Land hat sich mein Eindruck von dieser Region gedreht. Es ist eine der reichsten Gegenden der Welt, die ich je gesehen habe. Im Prinzip ist das Leben hier günstig, der Staat kümmert sich um unglaubliche Dinge, die Arbeitsbedingungen sind super und alle wirkliche Arbeit wird von Ausländern gemacht, weil man sich das einfach mal leisten kann.

Die Leute sind so nett und offen. Häufig kann man auf deutsch mit Rückkehrern reden oder mit den ausländishcen Arbeitern auf Englisch. Ich muss dringen kurdisch lernen.

Die Landschaft ist oft noch unangetastet schön, die Städte boomen.

Ich werde Bald wieder kommen um zu sehen, wie es hier weiter geht und um das “wilde Kurdistan” auch mit dem Motorrad zu erkunden. Die Warnungen des Auswärtigen Amtes im Bezug auf diese Region kann man komplett ignorieren. Man kann nicht nur “In Betracht” ziehen ohne Sicherheitsdienst hier zu reisen, man kann es eher ausser Betracht lassen darüber auch nur nachzudenken. Auch in der ganzen Region hier gab es nicht die geringsten Probleme mit Sicherheit. Die größte Gefahr ging vom Straßenverkehr aus. Davor warnt das Amt leider nicht.

Fotos

Meine Kurdistanfotos Teil1,Teil 2

Links

Wielands Reisebericht 2006

Wie seit rund 15 Jahren fahre ich zwischen den Jahren zum Chaos Communication Congress nach Berlin. Dieses schöne Event wird als das Jahrestreffen der Europäischen Hackerszene oder als CCC Jahrestreffen tituliert. Es ist eine große Party-Konferenz. Dieses Jahr unter dem Motto “27C3 – We come in peace!”

27C3 drei mal in den deutschen Twitter Trends

27C3 drei mal in den deutschen Twitter Trends

23.12.2010 Anfahrt
Ich wollte nach dem Tag im Büro noch schnell nach Berlin. Knapp 4h, kein Umsteigen, was soll passieren? HAHA! So einiges. Ich guckte noch schnell in meinem lieblings Smartphone nach ob der Zug verspätung hat. Nein, er viel aus. Und der danach auch. Und der IC auch. Also war ich so verzweifelt, dass ich die Hotline der deutschen Bahn anrief. Die sagten mir, dass auf der Süd-Trasse Köln-Hamm einfach keine ICE fahren heute und ich mit dem RE nach Hamm soll und da dann 14 Minuten übergang zum ICE habe. Klingt ok, immerhin gilt meine Reservierung dann noch. Wegen eingefrohrener Gleise wurden aus 30 Min Fahrzeit dann 50. Macht aber nichts, der ICE war noch nicht da. Der hatte satte 70 Minuten verspätung. Ich lief also zum letzten Waggon, weil das meiner sein sollte. Stieg erstmal ein uns sah mich um. Dazu muss man wissen, dass der Zug aus zwei ICE Zügen besteht die aneinander gekoppelt sind. Ich war im falschen Zugteil. Leider fuhr der Zug in umgekehrter Wagenreihung, aber niemand hatte etwas gesagt. Was tun? Durch den völlig überfüllten zug Kämpfen, den Zugteil wechseln und jemandem sagen dass ich an sich vor 2h und etwa 100km einen Anspruch auf diesen Sitzplatz hatte? Wohl kaum. Da ich eh in der ersten Klasse saßliess ich mich dort nieder. Nach einigem hin und her wurdend er Zugbegleiter und ich zwar keine Freunde, aber er akzeptierte meinen Platz dort. Er bot mir an in die 2. Klasse zu wechseln ich bot ihm an mich vom BGS räumen zu lassen und das auf ustream zu veröffentlichen. Kurz drauf wurde durchgesagt, dass es kostenloses Essen und trinken für alle gibt, so lange Vorrat reicht. Leider zog sich das Unlück weiter. Nachdem wir in Lerthe wegen einer zu evakuierenden SBahn erneut standen konnte ich die Umgebung im Schnee ansehen. Das ging prima, weil die Oberleitung gefrohren war und der Stromabnehmer der Lok ziemlich heftige Blitze verursachte. Leider fuhren weir kaum 150km/h, weswegen sich die Ankunftszeit immer weiter verschob. Ein mitfahrer berichtete mir gegen 23 Uhr in Wolfsburg, dass er um 14.48 den ICE in Köln nehmen wollte und seine Reise zuhause um 14 Uhr begann. In Wolfsburg heisst es, dass wir erst gegen ein Uhr in Berlin ankommen werden und sie behielten recht. Um 0:55 Uhr fuhren wir in Berlin Ostbahnhof ein. Wie gut dass ich es von da nur 1.5km weit habe und auch noch abgeholt wurde.

24.12.2010 Geschlossen getan
Der morgen begann gar grauselig, da ich schon um 10 Uhr aus dem Bett fiel. Ich machte mich auf den Kühlschrank rudimentär zu füllen und die letzten Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Da das BCC diesen Tag die Pforten nicht öffnen wollte beschäftigte ich mich mit Leuten die auf Twitter oder in den üblichen anderen Kanälen zum 27C3 fragen hatten und kochte für sieben Leute Weihnachtsessen. Da einige Post wegen des Eises nicht durch kamen musste ich auf ein paar Weihnachtsgeschenke verzichten. Ich werde es überleben denke ich. Berlin ist komplett eingeschneit, die Strassen sind zum Teil sehr glatt und ich sah mir im Internet die Fahrberichte der verschiedenen Leute an.

25.12.2010 Day -2
Draussen ist Schnee und Eis und im Intenet liest man von Leuten, die ihre Verzögerungenim Betriebsablauf mit einander vergleichen. Wie gut, dass ich 1.500 Meter zum BCC habe und einfach laufen kann.
Am und im BCC selber ist noch nicht viel los. Das Poc steht und ist funktional, wie immer. In der Lounge werden Pyramieden aufgebaut und im Hackcenter laufen Leute rum, die alles zurecht rücken. Business as usual. Den ganzen Tag über twittern Leute über ihre Anreise. Rekordhalter war glaube ich Thalunil mit 18.5h im Auto innrhalb Deutschland. Wir hätten einen highscore bauen sollen. Wir begannen dann die Anfragen zu sammeln und Leuten die Informationen über freie und geperrte Zug- und Autostreckenzur Verfügung zu stellen. Ab dem 26. sollte es dann den Travelservice am infodesk mit eigener Rufnummer geben.

26.12.2010 Day 0
Schon um neun war ich im BCC und besetzte den Infodesk. Am Vorabend und in der Nacht hatten wir schon rund 100 Reiseanfragen beantwortet, heute sollten es deutlich mehr werden. Es wurde kurz evaluiert wie man das über twitter regelt. Der offizielle @27C3 account sollte es wegen der Menge der Tweets nicht werden, also legten wir den @27c3live an. Wie immer wenn man etwas müde und in Eile tut, war das ganze zu kurz gedacht. Es gab etwas verwirrung, welcher account was tut. Tim brachte die Lösung und wir nannten uns @c3infodesk, was deutlich klarer war. Neben unzähligen Anfragen per twitter kamen seltene Anrufe rein. Aber es kamen alle an, nur fast alle verspätet. Dass der Account so viel Arbeit macht hätte ich vorher nicht erwartet. Über 200 tweets und 800 follower bisher zeigen klar, dass es die richtige Sache war :)

Gegen Mittag dann brauchte es einen halbwegs Ortskundigen mit Auto. Ich holte den Wagen ab und fuhr gen Rudow um ein paar zurückgebliebene Kabel zu holen. Bei dem Schnee dauert das eine ganze Weile.
Ein obskures Problem trat beim Netz bekommen auf: Machte man auf OSX 10.6 das Wlan an, bekam man eine Kernel Panic. Reproduzierbar auf vielen Geräten. Leider buchen diese sich ja auch ins Wlan sobald man rebootet. Also mussten einige Leute über den Alexanderplatz laufen bis sie ausser Reichweite waren um dann ihr Wlan wieder aus zu schalten. Was das Problem war bleib unklar, ich hörte nachher dass die Cisco Accesspoint einen Spectrum Analyzer drin haben, welcher komisch ebacons schickt(?!). Nun denn, es ging halt irgendwann wieder.

Den ganzen Tag rannten eifrige Engel rum, welche Arbeit suchten. So viele, dass es einfach nichts zu tun gab etappenweise. Unglaublich! Aber sehr schön.

27.12.2010 Tag 1
Der erste Tag und direkt mit 0daysuits. Nick Farr aus den USA hat Gerüchten zu Folge auch in der Sauna einen Anzug an. Also war der Deal: Hacker kommen im Anzug, Nick dafür in Baggy pants und mit einem Fetten Bling um den Hals. Es sah cool aus. Lustig auch der Dialog zweier Journalisten am Waschbecken: “So schlimm sind die doch gar nicht. Sehr viele sind echt ordentlich gekleidet“.

Nick Farr in baggys with bling at 27c3

Nick Farr in baggys with bling at 27c3

Ich hatte mal wieder Probleme mit dem Einbuchen meines Handies in das Lokale GSM Netz. Laforge wollte sich drum kümmern, doch dann ging es schon von Zuabeuerhand.

Das Bällebad in der Lounge Stand und !eof wollte es ownen. Inzwischen wissen wir: Es passen 10 Leute rein und man kann eine dicke Schlacht durch die ganze Lounge machen.

!eof im Bällebad (von kuehnast.com)

Abends machte der CCC-Dresden die Gameshow “Pentanews“. Die Fragen waren gut, die Joker besser! Es gab: 50% der falschen Antworten weg, Frage an jemand anderen geben, der “NEDAP” bei dem die Leute im Netz abstimmen durften und der “IRC” bei dem man einfach einen entsprechenden Irc channel sah. Der NEDAP Joker hatte ein paar bugs, man konnte auch Antworten wählen, die schon ausgeschlossen waren. Im IRC kam verdächtig oft das Wort “PENIS” als Figlet und Text. Aber er half mir letzten Endes zum Sieg. Danke nochmal für die IT-Crowd Staffeln 1-4 mit RPG Brettspiel, die ich als Gewinner des Abends erhielt!

28.12.2010 Tag 2
Früh morgends ging es los. Wir wollten ein paar Vorträge sehen. Doch wie das so ist: Man kommt zu nichts. Da ich aber eh erst nach fünf Jahren Congress besuch angefangen habe Talks zu sehen ist das kein großes Problem. Man kann sich den Tag gut mit anderen Leuten und deren Projekten beschäftigen. Meine GSM Karte nutze ich letzten Endes doch nicht, weil ich auch so genug mit meiner Technik zu tun hatte. Aber ausser um diesen Bericht zu tippen habe ich das Notebook nicht gebraucht. Viel Zeit ging dafür drauf die gewonnenen “The IT Crowd” DVDs zu gucken. Ich hatte zwar immer von gehört, aber es nie gesehen. Zum teil billig gemacht, aber dennoch lustig :) Gegen Abend gingen wir ins Alex wo uns unsere Verabredung rund 90 Minuten versetzte. Ein Hoch auf Twitter! Unser langeweile Hilferuf wurde von !eof und fem aufgeschnappt. Somit mussten wir nicht alleine Warten sondern schwelgten in Erinnerungen.

29.12.2010 Tag 3
Spät begaben wir uns zum Congress. Ich glaube gegen 13 Uhr waren wir da. Gerade noch rechtzeitig um zu kleinen AK Zensur demo zu gehen. Von über 10 Polizeiwagen gesichert zogen die 100(?) Leute eine Runde auf der Straße um den Alexanderplatz. Wie gut, dass auch unser eigenes Konflikt team dabei war *hust* und die Polizisten etwas irritierte. Wie immer bei diesen Demos fällt mir auf, dass es zwei Varianten von “Die Gedanken sind Frei” gibt. Die mit “es bleibet dabei” und die mir mehr zusagende “bei Pulver und Blei“. Zu Talks schafften wir es nicht, aber ich sah mir wieder die unmengen gelötetes an. Nach ein paar Versuchen hatte ich es damals aufgegeben zu Löten. Ausser meinen Fingern war danach nie etwas zusammen. Leider hatte ich noch eine längere Besprechung an diesem Tag, weshalb wir am Nachmittag wieder weg waren. Nach dem Meeting waren es -10 Grad draussen. Zur C-Base wäre es nur eine Strasse gewesen, aber ein Blick aus dem Fenster deutete darauf hin, dass Eisbäre den weg säumen würden. Also blieben wir drin und guckten den Stream. Ich versuchte derweil mein HTC Desire zu rooten und eine Custom Firmware zu installieren. Nach etwa 14 wirren HowTos hatte ich den Überblick verloren. Aber Martin war die Rettung! Ich musste nochmal ins BCC, dafür ging in den frühen Morgenstunden mein Desire mit neuer Firmware. An sich hatte ich alles richtig gemacht. Aber die neue Firmware hatte ich mit wget gezogen und die Checksumme nicht verglichen. Shame on me! Ich hatte eine 403-Seite runter geladen und versucht zu installieren.

30.12.2010 Tag 4
Wir mussten früher raus um noch etwas vom Tag zu haben. Zum Glück gibt es im Alex lecker Cuscus to go buden die das Frühstück sichern. Und wir sahen tatsächlich Talks! Grandios wie immer der Talk von MaHa über den Missbrauch der deutschen Sprache. Wir blieben im Saal 1 um “Jobs for Journlaists in 2050″ zu sehen. Eine Web-Journalisting, die schon zu gopher Zeiten im Netz unterwegs war. Woohaa! Immer hatten wir den Blick auf die Auskunft der Bahn um zu sehen, was uns blüht. Es hiess immer 15-25 Minuten verspätung. Das lässt ja hoffen!

Nachdem wir noch einige Vorträge gesehen hatten begaben wir uns zum Infodesk um den Abreisenden zu helfen. Flug- und Zugtickets ausdrucken, Zahlen für Costanzes Rede sammeln. Passend zum !eof Foto waren wir noch da. Gegen sechzehn Uhr dann die Abschiedrunde. Einmal tschüss bis zum Camp! AM Bahnhof angekommen deckten wir uns mit Essene in und futterten noch was. Dann die Frage ob der Zug kommt.

Bahn: “Jo, der fährt einteilig.
Enno: “Mein Zug fällt also aus und ich kann ihn ab Hamm Nutzen?
Bahn: “Ja.
Enno: “Und die reservierung verfällt?
Bahn: “Die können Sie sich erstatten lassen!.
Enno: “Aber ich habe in dem Zug keinen Sitzplatzanspruch?
Bahn: “Nein.
Enno: “Und wie kann ich mir die erstatten lassen?
Bahn: “Mit dem xyz-Formular.
Enno: “Können Sie mir das geben?
Bahn: “Ja..” *geb*
Enno: “Und damit kann ich mir beide reservierungen von uns erstatten lassen?!
Bahn: “Nein, da brauchen sie zwei Formulare *geb*.

ARGH! Ja nichts tun wonach man nicht explizit gefragt wurde.

Am Bahnsteig war die Ansage noch besser: “Der Zug wird heute in Hamm eingesetzt, Reisende mit Ziel…” aha. Jo muss ich ja nur bis Hamm und dann gilt sogar meine Reservierung für äähhh 11 Minuten. Zum Glück stiegen wir am Ostbahnhof in den leeren Zug und ergatterten zwei Plätze mit Strom und Tisch im “Handy” Bereich, der also eine gute UMTS Versorgung hat.

In Hamm mussten wir auf die andere Bahnsteigseite umsteigen und kamen mit 40 Minuten Verspätung an. Nicht optimal, aber unter den gegebenen Umständen völlig ok.

FEM Spenden!
Noch ein Aufruf zum Schluß: Man konnte in der ganzen Welt zuverlässig die Videos vom Congress sehen und kann sogar schon die ersten 27c3 Videos runterladen. FEM sind ein paar Leute an einer Uni, die kein Geld dafür bekommen. Das Equipment kostet aber Geld. Der Aufmerksame BWL Student wir gesehen haben: Denen fehlt Geld! Also spendet Bitte. Zu Peak-Zeiten haben 4.500 Leute die Streams geguckt. Spendet jeder dieser 4.500 Leute 5€ leben sie Equipmenttechnisch im Paradies. Wer also ein paar Euro über hat möge die über die FEM Spendenseite weiter geben.

27C3 Links
- 27C3 Videos der Voträge (werden nach und nach mehr)
- Richies 27c3 Bericht
- Annas 27c3 Bericht
- Rop über seine Keynote
- Tagesberichte auf Offiziere.ch
- Melles Tagesberichte
- Bits of freedom (English)
- Stefans Bericht (Tag 0+1)

Ältere Berichte dazu:
- 2010: 26C3 Here be Dragons
- 2009: HAR 2009
- 2008: 25C3 Nothing to Hide
- 2007: 24C3 volldampf vorraus!
- 2006: 23C3 who can you trust?
- 2003: Chaos Communication Camp 2003 (extern)
- 2002: HackTrain
- 2002: 19C3 out of Order
- 2001: Hackers at Large
- 2000: 18C3 Hacking is not a Crime

Prolog
An sich wollen wir dieses Jahr wieder eine Motorradtour fahren, durch Kroatien oder durch die Pyrenäen. Durch meine nicht all zu weitreichende Möglichkeit Urlaub zu planen schied aber Autozug als Anreisemittel der Wahl aus. Ein Gespann dafür mieten macht keinen Sinn und wie bisher mit dem Motorrad anreisen ist mit einem Supersportler nicht so einfach wie früher mit dem Tourensportler. Also back to basics und irgendwohin wo es warm ist. Mit einem Reise-Preisvergleich der Wahl suchten wir mit den groben Eckdaten. Raus kam Rom, eine knappe Woche. Anschließend noch aus dem Wust von Hotels eines suchen, dass einen guten Eindruck macht.

Tag 1
Gegen abend ging es in Düsseldorf los und wir landeten in Rom Leonardo DaVinci, mittem im Nichts.

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Fast so Schlimm wie Münchens Franz-Joseph-Strauß. Auf dem Weg auf der Suche anch dem Flughafen Express Zug kamen wir an einem Busshuttle zum Hauptbahnhof “Termini” vorbei. Also nahmen wir den. Leider brauchte er gut 2 Stunden im Gegensatz zu 31 Minuten mit dem Zug. Aber wir hatten schonmal einen Eindruck was den Verkehr in Rom an geht. Da wird wilder gefahren als in Shanghai hatte ich den Eindruck. Von Termini aus waren wir schnell an unserem Hotel Marc’Aurelio Rom. Laut unserer Buchung hatte es 3 Sterne, vor Ort war es mit 4 Sternen ausgezeichnet. Unterm Strich würde ich sagen wie ein Ibis. Alles sehr sauber und ordentlich, ausreichendes Fürhstück. Kein Luxus, aber für so einen Trip total ok. Rundrum gab es Pizzabuden, eisdielen und Restaurants so dass das Abendessen gesichert war.

Tag 2
In aller Frühe machten wir uns auf den Weg ein bisschen die Gegen zu erkunden. Die ÖPNV Wochentickets für Rom kosten 16€, eine einfache Fahrt 1€, die Automaten laufen unter Windows.

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Am Vatikan wollten wir eh vorbei also gucken wir uns die Schlange an. Direkt vorm Eingang des Vatikans war ein älterer Herr umgekippt und wurde reanimiert. Helfen konnte man da nicht mehr. Die Schlange endete kurz vorm Petersplatz, war also ca. 1km lang. Auf dem Petersplatz machten wir Pause und guckten uns das Volk an. Die Polizei fuhr dort mit einem Laborghini rum, jedoch nicht mit dem bekannten Gallardo, sondern mit einem Golf Kart.

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Von dort aus ging es weiter zum Forum Romanum. Eine Pilgerfahrt für jeden Social Network Nutzer – das ist der Vorläufer von heutigen Foren. Der Eintritt beträgt 12€, dafür kann man zwei Tage lang (einmaliger Zugang) auf den Pallatin, ins Colloseum und ins Forum Romanunm. Neben vielen alten Steinen gab es dort vorallem viel Wasser, und das brauchte man bei 27 Grad in Schatten.

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Nach zwei Stunden gegrillt werden auf Naturstein ging es rüber ins Collosseum. Beeindrucken, dass es vor 2000 Jahren schon Stadien für 300.000 Menschen gab. Und noch mit spannenderen Events als Fussball oder Hallenhalma. Aber man braucht eine ganze Weile um sich dort durch alles zu schieben, wenn man an einem Touritag da ist. So langsam machteauch mein kapputes Knie wieder zicken, da wir dauernd Treppen steigen mussten. Aber gelohnt hat es sich.

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Wir wurden langsam Schlapp und begaben uns vorerst zurück ins Hotel, was keine schlechte Wahl war da es ein heftiges aber kurzes gewitter gab. Am Abend machten wir uns wieder auf die kleinen Gassen der römischen City zu erkunden. Dort gibt es etliche leckere Restaurants.

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Tag 3
Heute wollten wir uns den Circus Maximus, den restlichen Teil vom Forum Romanum und den Pallatin angucken. Der Circus Maximus ist wenigs Spektakulär, zwei lange Bahnen mit Böschung. Aber früher war hier die Hölle los. Die Kaiser guckten sich Wagenrennen an und liessen die Konkurrenten ihrer Lieblingsteams hinrichten, wenn es zu knapp wurde. Als wir wieder ins Forum Romanum wollten stellten wir fest, dass das Ticket zwar 2 Tage gilt, aber nur für den einmaligen Zugang je Sehenwürdigkeit. Der Pallatin ist aber mit dem Forum verbunden, also nahmen wir den Zugang. Etwa 3 Stunden und 3 Liter Wasser später hatten wir alles gesehen. Bei dem Wetter konnte ich ohne Hemd, meine Har-Mütze und die in Porto erworbene Sonnenbrille nicht raus. Dazu kam regelmässiges Nachcremen mit Sonnenschutzfaktor 30. Aber dann ging es ganz gut.

Am Nachmittag sahen wir uns den Park um die Villa Borges an und chillten dort etwas zwischen schreienden Kindern und Hunden.

Was uns zum Glück für den Tag fehlte war Trastevere, der römischte Teils Roms. Dort wohnen die Ureinwohner die den Lebensstil den Goethe so hervor hob pflegen. Durch die engen Gassen fahre dort sehr kurze Busse.

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Der Stadtteil ist ziemlich schön, hat unmengen kleiner Läden und Gassen, scheint aber inzwischen sehr touristisch orientiert zu sein. Das Essen war gut, um uns rum saßen aber auch nur Deutsche.

Tag 4
Wie die vergangenen Tage begann dieser Tag mit Magnesium, da unsere Beine schon argh angestrengt waren. Heute hatten wir uns die historische Hafenstadt Ostia vorgenommen. Auf dem Weg dahin fielen mir wieder die Schilder in der Metro auf. Ist das unten links das Balls-of-Steel Piktogram?

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Durch die Verschiebung der Küstenlinie wurde diese Hafenstadt für Rom uninteressant und vergessen und ist super erhalten. Auf etwa 1km Länge und einer ordentlichen Breite sind ganze Straßenzüge, Thermen, Tavernen und ein Theater erhalten.

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Einmal den Bogen gehen ohne alle Straßen zu sehen dauerte schon drei Stunden. Dabei kann man in einer 2.000 Jahre alten Taverne sitzen, Wandmalereien aus der Zeit ansehen oder im Badebecken einer Therme gucken wie damals so ein Abfluss verziert wurde. Wahnsinn!

Von Dort aus ging es wieder in die Innenstadt von Rom, keine Ahnung wo. Aber an sich ist es dort überall schön und es gibt sehr hübsche Brücken.

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Am kommenden Tag wollten wir in den Vatikan. Der “Trick” den ich bei Roma Antiqua fand war: Per Inetrnet die Tickets kaufen. Dann kann man an der Schlange vorbei gegen 4€ Aufpreis.

Tag 5
Um 8.30 Uhr mussten wir im Vatikan sein, noch vor Öffnung der Museen. Nach 5 Minuten waren wir mit den online Tickets drin. Die Deckenmalereien und Bodenmosakike fesselten mich oft mehr als die Exponate.

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In der ersten Stunde waren wir fast alleine, da sich scheinbar niemand für Etrusker interessiert. Danach ging es durch die ägyptische und römische Abteilung und letzten Endes natürlich in die Sixtinische kapelle. Ruhig war diese nicht, da in diversen Sprachen die durchsagen kamen, dass man ruhig sein soll. Wir schrieben noch 20 Postkarten und warfen diese in die Vatikanische Post.

Tag 6
Nach dem Auschecken brachten wir unser Gepäck zu Gepäckaufbewahrung in Termini. Diese ist bei Gleis 24 und sehr restriktiv. Neben dem Scannen des Gepäcks wird auch ein Ausweis kopiert. Das dauert natürlich etwas. Dafür konnte man in der Zeit bluescreens sehen.

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Danach wollten wir in die Katakomben. Bis wir dort waren hatten diese leider zu. Also begaben wir uns zurück ins Zentrum. Dort sahen wir uns das Pentheon an. Von aussen etwa wie ein Bunker aus Backsteinen von innen aber sehr schön.

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Von dort aus ging es langsam zum Flughafen und zu den diversen Schlangen dort. Ich fange nun schnell an AirBerlin Bonusmeilen zu sammeln, ich mag dieses Schlangestehen nicht.

Fotos
- Rom Tag 1 – Tag 3
- Rom Musei Vaticani
- Rom Tag 4 – Tag 6

Wie jedes Jahr fand zwischen den Jahren in Berlin “Europas größte Hackerparty” aka der Chaos Communication Congress statt.

Am späten Abend des 25.12. kamen wir in Berlin an und guckten uns noch kuz das recht verlassene Kongressgebäude an. Die meisten Leute hatten den Tag lang aufgebaut und waren schon im Bett, wir taten es ihnen auch kurz drauf gleich.

Am 26.12., also Tag 0, herrschte erwartungsgemäss ein buntes treiben. Alle kamen an und wollten Eintrittskarten oder Turnhallentickets. Gerüchten zu folge war vergessen worden, die Prepaid-Tickets im Kassensystem einzubauen, weswegen sich alles etwas verschob und erst am späten Abend die Kassen öffneten. Die Schlange ging zwei mal durch das BCC, als wir gegen Abend ankamen um unsere Tickets zu holen. Sisi hielt durch und stand eine gute Stunde mit uns an. Am nächsten Morgen waren die Tickets ausverkauft noch bevor wir wach waren. Den Tag über sah ich viele Leute, aber keine Vorträge. Ich versuchte stattdessen noch schnell meine Haare schneiden zu lassen. Aber ich vergas, dass wir hier in der Provinz sind und man hier am Sonntag keinen Friseur findet der Haare schneidet (nur welche, die Haarpflegeprodukte verkaufen). Also versuchte ich mein Glück auf dem Congress. Nach einiger zeit war mit Jochens Vater ein fähiger Friseur gefunden, es fehlte eine Mikroverzahnte Schere, ein Umhang und ein Kamm. Wie bei einem Adventure Game machten wir uns auf den Weg die Teile zusammen zu bekommen. Zuerst gab es bei PoC Sascha eine passende Schere. Kurz drauf konnte der Infodesk uns mit einem Müllbeutel einen Umhang stellen. Schwierig wurde der Kamm. Sowas braucht hier niemand. Im CERT hätte man mit einer Bürste helfen können. Doch nach einigem hin und her war mit Ushebit eine Kammspendin gefunden. Es gab sogar zwei, einen groben und einen feinen.
Auf dem Weg zurück zum Friseur trafen wir auf Korrupt und Missi, welche die Berichterstattung übernehmen sollten und dies gut taten.

Ich bin zwar seit dem 15C3 auf dem Congress zu gegen, habe aber nur selten Vorträge gehört. Früher, weil man als (Erz)engel mehr zu tun hat, heute, weil mich viele Themen einfach nicht interessieren. Ich gehe meist nach Vortragenden. Wenn Ray, FX oder MaHa einen Vortrag machen sind sie gut, egal was das Thema ist. Bei anderen kommt es argh drauf an. Einen gewissen Bonus haben die Events in den 6 Stunden vorm Hacker Jeopardy in Saal1. Oft bleiben die Leute einfach sitzen um den Platz zu haben. SO sassen wir heut auch von 18 – 2 Uhr im Saal 1 und hatten unseren Spass. Da waren Leute die $` nicht kannten oder die nicht wussten, dass über wth2005 ein Awacs (mit W!) flog. Ausserdem wurde auf den Fefe Joker verzichtet. Un-fass-bar!

Wenn man spät ins Bett geht steht man spät auf, das wundert niemanden. Deprimierend ist es jedoch, wenn man vom Frühstück kommt und es dunkel wird. Aber das sind die Opfer für den Congress. Immerhin bescherte mir ein Fehlender Kandidat noch einen Platz beim Nougatbytes. Unser Team gewann haushoch, wie zu erwarten war.

to be continued…

Prolog
Ein verlängertes Wochenende, also 3 Tage, konnte ich mich vom 3Gstore.de losreissen. Was tun mit all dieser Zeit? Wie Benni vor kurzem richtig bemerkte: “Wenn man viel arbeitet, hat man irgendwann keine Hobbies mehr. Was macht man mit so einem freien Tag!?“.

Auswahl
Die erste Idee war zum Eiswürfelrun nach Moskau. Aber dahin gab es keine guten Tickets. Nächste Idee Türkei, denn da war ich noch nicht. Dort gab es nur brauchbare Tickets ab ffm, was mir für die kurze Zeit zu viel Anreise war. Die Wahl fiel dann auf Barcelona. Hinflug über Ballermann. Hätte ich das vorher überlegt, hätte man da einen Stopover machen können.

Anreise
Um Freitagsabends keine Kollision mit den Bürozeiten zu haben, fiel der Abflug auf den Samstag morgen. Entgegen meiner üblichen Planung wurde ich recht früh zum Flughafen geschickt. Um drei Uhr klingelte der Wecker, 30 Minuten später saßen wir im Taxi. Düsseldorf Flughafen ist nachts tot, hätte ich so gar nicht erwartet. Ich kam ohne Probleme durch den Zoll und den Checkin. Wie auf den Billigflügen (Air Berlin in dem Fall) üblich gibt es kein brauchbares Essen mehr, aber zur Feier des Tages ein Sandwich umsonst. Das war sogar essbar, und wir kamen nach kurzem Flug in Mallorca an. Ein Flughafen ähnlich einer großen Busstation erwartete uns für kurze Zeit, dann ging es auf den 30minütigen Flug nach Barcelona, der an sich nur aus Steig- und Sinkflug bestand. Diesmal mit Niki (Lauda) Air. Auch dort gab es ein Sandwich, welches aber nur geringfügig mit Essen zu tun hatte. Außerdem sind die Stewardessen Uniformen da ähnlich denen aus 2001.

Samstag
Gelandet in Barcelona machten wir uns auf, das Fließband zu suchen. Schlecht beschildert kamen wir eher zufällig dort hin. Draußen gab es wenig aussagekräftige Schilder zum ÖPNV und wir entschieden uns für ein Taxi. Das brachte uns zur richtigen Straße, aber im falschen Stadtteil (wir mussten in einen dem Flughafen näheren Vorort). Aber wir entschieden uns ab dort mit der Metro zu fahren. Das 3-Tage Ticket für 15.20 Euro war eine gute Wahl. Nach 3-4 Telefonaten mit der Rezeptionistin und drei Stunden nach der Landung waren wir da. Das Hotel ist im ersten Anlauf nicht gut zu finden, liegt aber eigentlich sehr gut. Man läuft 5-10 Minuten zur Metro, ist dann in 10 Minuten im Stadtzentrum. Mit Sauna, Swimmingpool, Tennisplatz usw. hat man auch alles, um den Tag rum zu bekommen, wenn man Angst vor den Straßen Barcelonas hat.

Die Rezeptionistin wusste schon, wer wir waren, als wir durch die Tür kamen, und gab uns Bonbons und die Zimmerkarten. Nach dem obligatorischen Duschen nach dem Flug zogen wir los, die Innenstadt und den Hafen zu erkunden. Nach guten 15 Kilometern zu Fuß kannten wir die wichtigsten Gegenden und Läden. Wir hatten eine Menge frische Fruchtdrinks intus, waren am Hafen gewesen, hatten erbärmliche Crepes gegessen und die Flaniermeile La Rambla ausgiebigst erkundet. Anschließend waren wir sehr früh im Hotel und kippten eben so früh ins Bett.

Sonntag
Der nächste Morgen begann früh um 9. Das Frühstück im Hotel war sehr gut (kontinental und britisch), die Gästeliste verriet, dass nur gut 10 Zimmer belegt waren. Dies sollte sich am kommenden Tag ändern. Da wir die Einkaufsmeile schon kannten, liefen wir zur berühmten Catedral, ginggen aufgrund der langen Schlange aber nicht rein. Draußen konnten wir noch einen Polizeieinsatz beobachten, der schnell von zwei zivilen Polizisten auf vier zivile und acht unifomierte anwuchs. Allerdings war nicht wirklich zu erkennen, um was es ging. Aber sie nahmen jemanden mit und sahen danach zufriedener aus. Von dort ging es zum Strand, vorbei an einer großen, bunten Synagoge. Anders als in Deutschland hatten wir dabei etwa 25 Grad und einen wolkenfreien Himmel. Am Strand machte sich Verena daran, durchs Wasser zu laufen. Da ich keine Sonnenmilch mit hatte, fiel das für mich aus. Vom Hafen aus ging es über die La Rambla zur Metro in den Park Güell, welchen uns die Rezeptionistin im Stadtplan markiert hatte. Dieser besteht aus ein paar spannenden Bauwerken, verschlungenen Wegen und großen Plätzen. Im Park wie auch an allen anderen touristisch interessanten Plätzen waren Sonnenbrillen- und Handtaschenverkäufer, welche ihre Ware auf Tüchern feilboten. An den Ecken der Tücher waren Seile befestigt, so dass man den ganzen Stand mit einem Griff auf dem Rücken hatte. Da macht der Begriff “Fliegende Händler” wieder Sinn, wenn die Polizei kommt. Um mal eine Wohngegend zu sehen fuhren wir mit der L3 bis Trinitat Nova, dort war es eher langweilig. Das spannendste war, dass Verena auf einen Löffel getreten ist. Auf der Suche nach Nahrung zog es uns wieder La Ramla entlang und wir wurden fündig. Anschliessend ging es zum Cocktails trinken in die “My Bar”. Mir fiel auf, dass ich mir eine große Blase gelaufen hatte, also organisierte ich in der 24h Apotheke Pflaster und Betaisodonna. Aufschneiden konnte man sie prima mit dem Hotelrasierer. Die Beine taten schon ziemlich weh, die Füße waren geschunden, aber ein Tag stand uns noch bevor. Inzwischen hatten wir über 35 km zu Fuss zurück gelegt.

Montag
Wieder begann unser Tag morgens früh um 9. Nach einem weiteren reichhaltigen Frühstück checkten wir aus und zogen mit unseren Rucksäcken los, um den Weg zum Flughafen zu erkunden, damit wir für den Nachmittag schonmal den Weg und die Fahrzeit kannten. Am Hauptbahnhof fanden wir den Anschlusszug zum Flughafen, stellten fest, dass unsere Tickets auch für diese Strecke galten und suchten uns ein Schließfach, in dem wir einen Rucksack und allen unnöigen Ballast deponierten. Danach zog es uns mit einer Art Bergbahn auf zum Kastell auf dem Muntanya de Montjuic, ein Berg am Rande der Stadt am Hafen. Mit einer Seilbahn ging es das letzte Stück des Weges bergauf. Oben verbrachten wir über zwei Stunden damit, die Aussicht auf die Stadt und ihre Vororte zu genießen und zu beobachten, was im Hafen vor sich ging. Dieser war zwar im Vergleich mit anderen Hafenstädten wie Hamburg oder Rotterdam nicht unbedingt groß. aber trotzdem sehr beeindruckend. Unsere Position auf dem Berg verschaffte uns einen wunderbaren Überblick. Es war extrem warm für Ende November, meistens um die 25°, was sich in der prallen Sonne allerdings noch um einiges wärmer anfühlte.

Gegen Nachmittag zogen wir weiter; wieder Richtung Innenstadt, aber diesmal zu Fuß. Unser Weg führte uns durch viele enge, verwinkelte Straßen; vor vielen Fenstern hingen Gestelle, auf denen Wäsche trocknete. Da uns beiden die Füße, Beine, Rücken etc. zunehmend weh taten, waren wir beide froh, am Nachmittag in dem gleichen Restaurant wie gestern abend zu Mittag essen zu können. Danach gingen wir noch einmal Richtung Strand, um zum Abschied noch einmal durch die Brandung zu laufen. An einer Stelle des Strandes tummelten sich vergleichsweise viele Leute, denn auf einer etwa 50 Meter vorgelagerten “Insel” konnte man ein junges Paar beim Pimpern beobachten. Dies erfreute sich großer Beliebtheit. Schließlich kehrten wir gegen 16:30 Uhr um und zogen weiter Richtung Metro, um den Rucksack am Hauptbahnhof einzusammeln und uns auf den Weg zum Flughafen zu machen. Ohne große Probleme fanden wir dahin, auch die Sicherheitskontrolle lief unspektakulär ab. Einzig die Dose Mangosaft, die ich vergessen hatte, musste Verena schnell runterkippen. Nun sitzen wir hier im Transitbereich und trinken frisch gepressten Orangensaft, essen Magdalenas und Cracker und warten darauf, dass das Boarding beginnt. Wenn alles gut geht, sind wir um 23 Uhr in Düsseldorf am Flughafen.

Aus unerfindlichen Gründen ist mein /etc/vservers weg. Hat jemand mal ein Muster für mich? Die Vserver laufen noch und im groben weiss ich was in die configs muss.

Update: Gerettet. Einfach mit einem entsprechenden Script alle defaults wieder hergestellt, dann einen neuen vserver gebaut und auf Basis der Daten die anderen reanimiert.

Donnerstag
Nach der Party begann ein langer Tag. Zwei Partianer hatten ihren Autoschlüssel verbummelt, also fuhr ich zur besten Stauzeit nach Düsseldorf um sie von der OMD zu holen. Auch eine Suche im Les Halles brachte nichts. Allerdings war ein anderes Portemonnaie aufgetaucht von dem die Inhaberin ermittelt werden sollte. Wie der Zufall so spielt: Sie war die Freundin eines Freundes von mir und wir konnten ihre aktuelle Anschrift schnell ermitteln. Wieder in Bochum packte ich meine Sache zusammen, da es im Morgengrauen (bzw. gegen 2 Uhr) zu Flughafen gehen sollte. Da unklar war ob der Schlüssel noch auftaucht wurde ein Leihwagen organisiert. In der Zwischenzeit war der Ersatzschlüssel des Autos, welches noch vorm Les Halles stand, wieder aufgetaucht. So bekam ich zunächst ein leckeres Abendessen um dann erneut zum Les Halles zu fahren und den Wagen abzuholen. Dabei war ich die ganze Zeit mit Günters Auto unterwegs, welches ich noch vom Abend der Party da hatte. Kurz nach 2 Uhr waren wir dann am Büro und ich tütete das gefundene Portemonnaie ein. Da ich immer noch Hunger hatte holte ich mir noch schnell einen Döner, wir verteilen die Navis gleichmässig auf die Autos und fuhren los.

Freitag
Insgesamt zwei Red Bull, ein Liter Cola und eine Packung Dextroenergen hielten mich über die Fahrt wach. In Hahn war es unglaublich Kalt, aber wir waren ja bald im Terminal. Nachdem wir in der falschen Schlange standen ging es zum richtigen Terminal. Dort fiel mir im letzten Moment ein, dass ich das eingetütete Portemonnaie noch einwerfen musste. Also verliess ich die Pole Position in der Schlange und suchte einen Briefkasten. Anschliessend drängelte ich mich vor, musste noch alle Getränke wegwerfen und überlebte en Sicherheitscheck mit wenig Problemen. um 6:30 Uhr flogen wir gen Sonne und waren alle schon ziemlich Müde. Die engen Sitze im Flugzeug waren ziemlich egal gepennt habe auch ich irgendwie so ein paar Minuten. Für Porto war Regen angekündigt. Wir landeten im Sonnenschein bei ca 17 Grad, aber es sollte heisser werden.

Das Problem an diesem Party-Nachtfahrt-Marathon war, dass man irgendwann das Zeitgefühl verliert. Wir stellten im Hotel unsere Sachen ab und gingen erstmal Frühstücken. Das dauerte recht lange und man musste zusehen en Kellner zu erwischen wenn er mal zugegen war. Anschliessend bezogen wir die Zimmer und entscheiden uns eine Touri-Bustour zum Strand zu machen. Schon dabei schlief ich in der Lobby und im Bus immer wieder ein. Am Strand angekommen trafen wir auf einen Portugiesischen Bauingenieur, welcher in Kaiserslautern studiert hatte. Er lieh einen Volleyball aus mit dem die anderen spielten. Ich holte mir in der Zwischenzeit Sonnencreme und einen Hut. Anschliessend tourten wir nochmal mit dem Bus rum und genossen die Stadt. Porto ist wirklich spannend. Diverse Baustiele aneinander, viele verfallene aber nicht abgerissene Häuser. Man merkt, dass die beiden Weltkriege an diesem Ort kaum wirkten. Zurück im Hotel ging ich 30 Minuten ins Bett um dann Essen zu gehen. Während die meisten Leute sich danach in ihr Zimmer oder die Bar in der 17 Etage zurückzogen gingen wir zu dritt ein bisschen in der Stadt rum. Nachdem wir die Brücke eines Eifel Schülers passierten machten wir uns auf den beschwerlichen Aufstieg zum Fort. Eine sehr steile, kleine Gasse mit groben Kopfsteinpflaster zog sich ca 80 Höhenmeter. Oben wurden wir von einem Wahnsinnigen Ausblick über die Stadt und den Ort erwartet.

Gegen 0 Uhr gingen auch wir in die Bar in die 17. Etage. Am Morgen erwartete mich ca. 40 Stunden nach dem letzten Schlaf über 30 Minuten mein Bett.

Earthrace Trimaran - Biodiesel, Carbon free

Earthrace Trimaran - Bieodiesel, Carbon free


Samstag
Da es nur bis um ca. 10 Uhr Frühstück gab, trafen wir uns schon früh um den Tag zu planen. Zunächst sollte es nach downtown Porto gehen. Wir sahen uns diverse Läden an um anschliessend eine Bootstour zu buchen. Diese ging eine Stunde und führte uns unter den großen Brücken um Porto vorbei. Zur Zeit lag auch der Earthracer hier an der Promenade. Ein futuristischer Trimaran, welcher mit Biodiesel die Weltumrundete. Da meine T-Shirtplanung nicht hin kam kaufte ich ein Touri-Shirt sowie ein Handgemaltes Shirt eines Strassenkünstlers. Um diesmal besser mit allen in ein Restaurant zu passen hatten wir dieses vorbestellt, wurden dann gegen 22 Uhr aber nach und nach rausgeworfen, in dem um uns rum alles abgebaut wurde. Da nicht mehr alle durchgehend nüchtern waren, ein Teil aber auf das fort wollte teilten wir uns auf. Wir fuhren mit einer extrem Steilen 1-Kabinen Bahn zum oberen Teil der Stadt und überquerten die Brücke. Auf dem Fort wurden wieder die Kameras vollgeknipst und wir gingen zur Partymeile. In der einzigen Disco die wir fanden blieben wir, bis sie nach 5 Uhr geschlossen wurde. Da wir Hunger hatten suchten wir verzweifelt etwas Essbares, landeten aber um 6 Uhr im Hotel. Dort schlug uns die Rezeptzionistin vor, doch einfach bis 7 zu warten, dann gäbe es Frühstück. War ein guter Plan. Um sieben sassen wir mit Unmengen Rentnern im Frühstücksraum und schaufelten das Buffet rein um dann ins Bett zu fallen.

LAN Hotspot

LAN Hotspot

Samstag
Gegen 15:30 trafen wir uns in der Lobby wieder. Zunächst suchten wir eine Pizzaria zum Frühstücken auf. Da es regnete fielen Aussenaktivitäten aus und wir entschieden uns mit der historischen Strassenbahn zu fahren. Sehr klein und eng, aber sehr cool. Die lehnen der Sitzbänken können über die Sitzfläche geklappt werden um die Sitzrichtung zu ändern. jeweils an der Endhaltestelle wurden alle Sitze in Fahrtrichtung geklappt. Die Fahrerin nahm ihren Sitz und den Gashebel mit und ging zum anderen Führerstand. Die Zeit bis zum Abendessen überbrückten wir in der Bar in der 17 Etage. Da es nicht mehr regnete konnten wir am Fluss die Restaurants abklappern. Während das Essen in den Tagen davor eher durchschnittlich war landeten wir in einem richtig guten Restaurant. Wir nahmen ein 5 Gänge Menü, welches umfangreich und einfach exzellent war. Da wir alle zu voll waren um noch etwas sinnvolles zu tun gingen wir erneut in die 17 Etage, von welcher man auch bei dem Diesigen Wetter einen tollen Ausblick hatte.

Sonntag
Mitten in der Nacht wurde ich geweckt, packte meine Sachen und guckte noch ein bisschen mtv. Da ich Flughäfen nur mässig spannend finde muss ich nicht wirklich früh da sein. Da wir mit einem Billigflieger flogen bestand auch keine Notwendigkeit lange vorher am Terminal anzukommen. Ca. 40 Minuten vor Abflug kamen wir an, 30 Minuten vorher checkten wir ein. Freundlicherweise ist die Zollkontrolle in Porto in Frauen- und Männerschlangen eingeteilt. Die Frauenschlange brauchte ca. 4 mal so lang, da den Damen die Flüssigkeitsregelungen scheinbar unbekannt war und Unmengen Haarspray, Shampoo (im Flugzeug!?) usw. den Weg in den Müll fanden. Ich bekam eine kurze Leibesvisitation und mein Handgepäck wurde durchsucht und nochmals durch den Scanner geschickt. Alles aber freundlich und schnell. Da ich noch eine Dose Cola wollte (Billigflieger haben ja nur den teuren Getränkeverkauf) durchsuchte ich den Transitbereich nach einem Laden, der mir keinen Becher verkaufen wollte. Leider unterschätze ich die Distanz zum Gate dabei und war am anderen Ende des Transit Bereiches. Ich kam aber noch rechtzeitig und war als letzter Fluggast durch die Kontrolle. Draussen gab es eine Sintflut. Da wir nicht über den Passagier Ansaugschlauch ins Flugzeit durften, sondern über das Rollfeld war das sowas wie ein Problem. Dazu kam, dass dort Fahrzeuge rumfuhren und keine Schülerlotsen mehr da standen. Die ca. 50 Meter zum Flugzeug reichten aus um die Schuhe und das Shirt bis auf die Haut zu durchnässen. Dadurch, dass die Türen des Flugzeugen ungünstig zum Wind lagen war auch der vordere Teil des Flugzeuges geflutet. Im Einstiegsbereich standen 2-3 cm Wasser, welche sich ihren Weg zum Cockpit suchten. Also musste erstmal eine Reinigungskraft ran um diesen Misstand zu beseitigen. Das schlechte Wetter sorgte dafür, dass wir mit ca. einer Stunde Verspätung starteten. Kurz nach dem Take off musste dann noch einem man (mehrmals und nachhaltig) erklärt werden, dass er nicht im Steigflug in der Kabine rumlaufen darf.

Nun bin ich unterwegs diese Strecke abzufahren. Im Groben: Berlin-Bochum-Wuppertal-Gerolstein-Sandhausen-Wien-Siofok-Prag-Berlin

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2005-07-26
Dienstag

Früh morgens begab ich mich auf meinen Weg
zur Arbeit zum Bahnhof und packte schon mal meine Sachen in ein Schließfach.

Noch während ich friedlich bei meiner Arbeit
schlummerte, erreichte mich der erste Anruf vom Camp Ground. Die Herren vom
cert hatten ein paar Sachen vergessen und gaben mir eine Liste durch. Dem
erfreuten Apotheker nahm ich dann Ware im groesseren Umfang ab. Zum Glück
hatte ich noch etwas Platz, in den relativ gut die ganzen Sachen passten.

Um 16:10 Uhr ging es dann los, der ec
brachte mich brav bis nach Duesseldorf, wo D-Tick schon auf mich wartete. Nici
rief an, dass ihr Zug etwas spaet dran sei und sie es wohl nicht mehr
schafft. Sie schaffte es aber doch, kurz bevor der Zug einrollte.

Mareike, Marcel und der Hexer waren schon
drin. Der Zug sah aus wie eine Mischung aus historischer Eisenbahn und
Viehtransporter, ich weiss nicht wieso die DB so was noch einsetzt. Immerhin
gab es ein "HackTrain"-Schild am Fenster, welches wir mitgebracht
hatten.

Bis Venlo tuckerten wir so dahin, dort
hatten wir 4 Minuten zum Umsteigen. Dummerweise waren wir am letzen Punkt
eines sehr langen Bahnsteiges. Gerade als wir am anderen Gleis ankamen, fuhr
der Zug ab. Da Nici eh noch eine Karte brauchte war das aber optimal. Wir
fuhren dann ein paar Minuten später. Dafür trafen wir noch ZaphodB, welcher
an sich schon lange da sein wollte.

Er war schon in Venlo, sah seinen Zug, holte
ein Ticket, rannte raus und fuhr ab. Leider stand inzwischen ein anderer Zug
da und er fuhr in die falsche Richtung. Nun gut, immerhin hatten wir noch
einen Mitreisenden mehr. Kurz darauf begegneten wir noch einem geek der
unterwegs zu wth war.

In Eindhoven holten wir uns noch Frikandel
und trafen auf alley und ihren Freund (arghh mein namensgedaechtnis), beides
nette 2600 Leute.

In Boxtel angekommen, riefen wir sited an,
ob sie uns abholt oder ein shuttle kommt. Das shuttle sollte in 20 Minuten da
sein. Wir trafen noch einen Amerikaner, zwei Südafrikaner und eine Niederländerin,
welche auch zu wth wollten.

Die Zeit an der Bahnstation vertrieben wir
uns mit einer lustigen Vorstellrunde und damit, Kurznachrichten von
Telefonzellen aus zu senden.

Das shuttle kam dann mit sited um 9 Uhr
etwa. Nachdem der Fahrer 2 mal fuhr waren wir endlich da und bekamen eine
kurze Einweisung.

Unsere Zelte standen dann auch recht schnell
und wir lernten unseren Zeltnachbarn kennen: english pete!

Anschließend ging ich mein Dect-Telefon
einbuchen (lassen) und musste feststellen, dass ich zwar anrufen kann, man
mich jedoch nicht anrufen kann.

Der Versuch, um Mitternacht noch essen zu
bekommen, scheiterte. Zum Glueck hat hexer einen Wasserkocher bei und ich ein
paar chinesische Tuetensuppen.

2005-07-27
Mittwoch

Einen Tag bevor das Konferenz-Programm
beginnt und Hauptanreise tag, wobei es ans ich shcon die ganze Zeit recht
voll war. einige hundert sind wohl shcon am Wochenende angereist. Zunächst
zieht es uns zum fruehstueck: Obst, Brote, aufschnitt, Müsli, Cornflakes, Tee
und Kaffe für pauschal 2.50, da kann man nicht meckern.

Da die Futterlage an sich noch nicht so
wahnsinnig ist überlegen wir später noch einkaufen zu fahren.

Nach dem furehstueck begeben wir uns zum
InfoPoint um den armen verirrten zu helfen. Jedoch ist der völlig überladen
und wir begeben uns zum Eingang. Dort ist wesentlich weniger los als ich
erwartete. Ein sehr cooles gimmik war jedoch dort aufgebaut: ein
Metalldetektor Rahmen und eine Taschen roentgen einheit, beidem vom Flughafen
und voll funktionsfähig. Zunaecht musste mein Camcorder durch. In dem Moment
wo die roentgenstrahlung einsetzt ist das bild kurz verrauscht.

Nach 5 Stunden bei brütender Hitze in diesem
Zelt begeben wir uns zum info point und versuchen essen zu bestellen, was
auch ganz gut klappt. Die herren sprechen etwas englisch und sind in normaler
zeit da.

Am Abend hält rop eine pre-opening-speech
die wir uns ansehen.

2005-07-28
Donnerstag

Nachdem es mittwoch noch etwas wechselhaft
war ist es heute heiß, also so richtig heiß. über 30 grad. Die Leute werden
mehr und mehr und in w00tstock (bzw. ganz A5) kann man schon keine zelte mehr
aufbauen. Pete bemängelt, dass er nicht mehr mit dem Fahrrad zum zelt kommt.

Um 11 Uhr gucken wir uns die offizielle
opening speech an, sehr schön. Rop erzahlt zu wth und emmanuel zur Geschichte
der Veranstaltungen. Anschleissend volunteeren wir am info point, dort
treffen wir auf diverse Leute die ich bisher nur aus dem wiki kannte.

Da der Platz zum campen net mehr ausreicht müssen
die leute auf "B1" ausweichen, welcher an sich als Parkplatz bzw. für
verschiedene Aktivitäten gedacht war.

2005-07-29
Freitag

Es regnet am tag, es regnet in der Nacht, es
regnet durchgehen. so sehr, dass große teile des ccc Gebietes der mecklenburgischen
Seenplatte ähneln.

2005-07-30
Samstag

Heute haben wir eine lustige wasserrakete
gebaut. Zunächst fing ich an mit fh ein bisschen mit einer 1l Flasche und
einer Handpumpe etwas druck auf die rakete zu geben. das ging ganz gut. Doch
dann kam die diee einen kompressor zu nutzen. Wie gut, das papillon einen
solchen administriert. Somit konnten wir mit gut 8 bar die nächsten versuche
starten

Nachdem das auch mehr bis minder gut ging
kam die ideee auf einer der aufpustbaren couchen zum platzen zu bringen. dies
gelang jedoch nicht (sie wurde nur rieseig gross). Somit sah ich mich
gezwungen aus einem messer und einer holzlatte ein bajonett zu bauen und ihr
den gnadenstoss zu geben.

2005-07-31
Sonntag

Frueh geht es raus, denn fh haelt seinen
vortrag zum thema "Jabber". Es regnet tierisch, sodass man kaum
etwas vertseht. zum glueck kann man ja per dect telefon das signal des redner
mikros unter der 9901 bekommen. Somit sitzen viele leute mit telefon am ohr
da. Viel lustiger war die falscheldung, dass es unter der 9801 die
simultanuebersetzung gibt.

Die leute reisen nach und nach ab. Alle
werfen bier, dope und suessigkeiten bei uns ab, welche sie net mehr brauchen.
Dadurch koennen siich viele nur noch schemenahft an den abend erinnern.

Wir hoeren uns die abschluss rede an, sehr
shcoen von rop. Er lobt alle und laesst applaus an die gehen die alles
moeglcih machten. Nur fuer ihn gibt es keinen, weswegen ich um diesen bitte. Eine
groehlende, jubelnde menge mit standing avations gab es fuer ihn.

anschließend braucht es security volunteers,
welche die Autos vom Rasen fern halten. Wir melden uns, jedoch gibt’s
faktisch kaum was zu tun.

2005-08-01
Montag

In den frühen Morgenstunden fangen wir mit
dem Abbau an und kommen gegen Mittag weg. zum glueck fand sich eine
mitfahrgelegnheit für unser Gepäck. mit 25kg weniger fährt man viel lieber Zug

Weil jeder das Geschehene und die Eindrücke anders verarbeitet, oder die
Prioritäten anders setzt, hier Ennos und mein Urlaub aus meiner Sicht.
Die Fotos findet man hier.

Freitag, 18.3.05:

Der Tag beginnt viel zu früh. Als ich aufstehe ist es 6.45Uhr und bis
zur ersten Stunde sind es nurnoch 40 Minuten. Heute ist Abflug Tag.
Leider aber auch Bio LK Klausur Tag durch die ich mich erstmal von 10
Uhr bis 13.40 Uhr quäle. Zuhause, wieder weit weg von Synapsen und
Nervenzellen, packe ich noch die letzten Sachen, würg etwas Essbares
runter und putze mein Zimmer um mir die Zeit zu vertreiben. Um 16.16 Uhr
nehme ich die vollkommen zu frühe oder hoffnunglos zuspäte S-Bahn nach
Düsseldorf. Eigentlich hätte ich noch 10 Minuten warten müssen, aber
weil ich keine Lust dazu hab verabschiede ich mich von meiner Mutter
(mein Vater kam zu spät) und steige ein. In der S-Bahn haben die
Kontrolleusen in meinem Abteil viel “Erfolg”. In Düsseldorf schlepp ich
mich, meinen Wanderrucksack und Handgepäck Richtung Gleis 5. Dort warte
ich 40 Minuten auf Enno. Dann gehts weiter Richtung Flughafen
Düsseldorf. Mit froher Erwartung stellen wir uns an den Checkin. Was
dann kam, brachte lange Gesichter. Unsere Flugtikets wurden von
irgendeinem blöden Air Lingus Männchen gecancelled. Nach einigem Gerede
mit der Crew der Air Lingus Box am Flughafen machten wir uns wieder auf
Richtung Heimat. Enttäuscht, aber mit Hoffnung auf einen Flug am
nächsten Tag kommen wir in Wuppertal an. Ich bin total kaputt und wir
gehen um 11 Uhr schon schlafen.

Samstag, 19.3.05:

Am nächsten Tag entspannen wir uns nochmal, gehen ein bischen im
wunderschönen Wuppertal spazieren und Enno gönnt sich eine Assischale.

Meine Eltern bringen uns zum Flughafen. Wir sind 2 Stunden früher
gefahren und verbringen die Zeit nach der Gepäckaufgabe auf der
Besuchertribühne, die ich auch manchmal besuche wenn ich grad langeweile
hab. Ich liebe diesen Fluhafen. Hier starten im Minutentackt hunterte
Tonnen Flugzeuge nach ueberall hin. Wenn ich dort bin und nicht in
Urlaub fliege, packt mich meistens das Fernweh, doch an diesem Tag
steigert es die Aufregung. Das Flugzeug hat natürlich, wie sollte es
anders sein, knapp eine Stunde Verspätung. Um ca. 20 Uhr verabschieden
wir uns von meinen Eltern und gehen in Richtung Transit. An der
Sicherheitskontrolle trenne ich mich schnell von meinem mini schweizer
Messer. War eh kaputt. Enno muss seinen Gürtel und Schuhe ausziehen,
dann darf er durch. Sein Ausweis passt den Herren von der Sicherheit
auch nicht, aber sie lassen auch das durchgehen. Besonders das Bild von
meinem durchleuteten Rucksack fällt mir auf. Wie die in diesem
vollgepröfften Gedwirr etwas erkennen können. Mein Notebook ist gut
erkennbar und ich bin fasziniert. Ja, auch mit so kleinen Sachen kann
man mich beeindrucken.

Wir schauen zu wie unser Flugzeug landet, wie der
Passagier-Absaugschlauch befestigt wird, das Gepäck ein und ausgeladen
wird und die Leute aus Dublin durch den Transit watscheln. Dann dauert
es noch ein bischen bis wir um 21 Uhr in unser weiss-grünes Flugzeug
einsteigen dürfen. Immerwieder spannend und Adrenalinfördernd ist der
Start. Einfach irre wenn man bedenkt wieviele Tonnen da so einfach in
die Luft befördert werden. Der Flug stellt sich troz Wolken als
sehenswert herraus. Man erkennt genau wo Städte sein müssen, weil diese
orange schimmernd durch die Wolken zu erahnen sind. Ich kaufe mir für 4
Euro ein richtig leckeres Sandwich. In Dublin, nach einer etwas
holperigen Landung, angekommen schnappen wir uns unser Gepäck und gehen
zum National Car rent Schalter. Die Dame dahinter ist sehr freundlich,
humorvoll und hilfbereit. Sie gibt Enno die Schlüssel für einen schönen
blaugruenen Opel Corsa. Easytronik (Sowas wie Automatik) mit, wie sollte
es anders sein, dem Steuer auf der rechten Seite. Ja, natürlich wusste
ich das vorher, aber trozdem wanderte ich erstmal zur falschen Seite.
Enno hat auch nichts gesagt, weil ich vorgegenagen war. Als ich die Tür
öffnete erschrak ich mich und fing dann an zu fluchen. Meine Mutter
hatte recht behalten, ich war zur falschen Tür gegangen. Mist.

Eins muss ich Enno lassen, er hat das mit dem Linksfahren auf Anhieb
sehr gut gemeistert. Ich hatte da schon mehr
Orientierungsschwierigkeiten. Als Beifahrerin hatte ich die Funktion des
fehlenden Navis übernommen.

Wir machten uns nun auf den Weg nach Belfast. Inzwischen war es schon
22.30 Uhr irischer Zeit und nicht gerade hell und klar. Der Nebel liess
nicht einmal einen Blick bis 50 Meter zu. Um ca 1 Uhr nachts kamen wir
in Belfast an. Auch hier war der Navigations-Enno erfolgreich. Ohne uns
zu verfahren fanden wir den Treffpunkt mit Eowin, der City Hall. Todmüde
traken wir bei Eowin Zuhause angekommen noch einen schwarzen Tee und
legten uns später in unseren Schlafsäcken im Wohnzimmer pennen.

Sonntag, 20.3.05:

Etwas hart war die Nacht. Nur mit Schlafsäcken auf dem Teppichboden ist
wirklich gewöhnungsbedürftig, trozdem habe ich keine Rückenschmerzen.
Enno ist sowas gewöhnt und es macht ihm nichts aus. Das ist auch gut so,
denn wir wollen heute noch weiter ins 50 Meilen + 200 km entfernte
Feakle.

Aber zuerst wird gefrühstückt! Bei Eowin gibt es Toast, Eier, Schinken,
Wurst und natürlich Schwarztee. Ausserdem eine geballte Ladung “Happy
Tree Friends”. Das rockt! Unsere Gastgeberrin besitzt eine ganze DVD
dieser pseudo-süßen Comicserie.

Danach machen wir uns auf den Weg um Belfast zu erkunden. Hier ist
nichts von “Bomben Stimmung” zusehen, bis auf einige vollgepanzerte
Polizeiwagen oder einer abgeschirmten Polizeistation. Die Mädels hier
sind nur schwer von Prostiturierten zu unterscheiden, denn überall in
Irland und Nordirland ist es Mode auch im tiefsten Winter mit t-Shirt,
kurzen Röcken und Stiefeln rumzulaufen. Okai, das sieht alles wirklich
toll aus und ich gucke etwas entmutigt an mir runter, aber dann frage
ich mich ob die hier nackt rumlaufen wenn richtiger Hochsommer kommt. In
einem Gebäude, ähnlich den City Arkaden, gibt es viele Geschäfte und ich
sehe den Grunde für die knappe kleidung. Soviele Bekleidungsgeschäfte
mit so vielen Sachen. Da könnte ich, wenn ich zu viel Geld hätte, auch
nicht dran vorbei gehen. Enno ist mit mir einer Meinung. Man fühlt sich
wie im Deutschland der 70er Jahre. Man bekommt den Eindruck, als seih
eine Art Aufschwung im Gange.

Wir setzen uns in eine Starbucks Coffee Filiale und ich bestelle einen
Tee, weil mich schon wieder eine Blasenentzündung plagt. Ausserdem hatte
ich Probleme die Getränkekarte zu überblicken.

Wir kaufen für 2\u0142 ein englisches Tiggr-Buch für Nicolas, meinen 1 ½
Jahre alten Neffen (Maiky: “Nico, wie macht der Enno?” Nico:*fettgrinz*)

Draussen vor dem Shopping Center beginnen zwei Strassenakrobaten gerade
mit ihrer Show. Wir schauen zu und es lohnte sich wirklich. Die Beiden
sind echt lustig und haben wirklich was drauf.

Anschliessend fahren wir wieder zu Eowin nach Hause und packen unsere
Sachen. Wir verabschieden uns von ihr und machen uns auf den Weg nach
Feakle. Heute sehen wir auch wo wir herfahren und ich bin begeistert von
dieser Landschaft. Es ist einfach nur schön hier, man muss es mal
gesehen haben. Ich machen viele Fotos mit der Digicam während Enno
fährt. Die Sonne scheint, oder es ist bewölkt, jedoch regnen tut es
nicht. Ernähren tun wir uns von Wasser, Lakritz und ein bischen
Schokolade. Auf der Hälfte des Weges machen wir bei einem KFC stopp.
Auch hier esse ich das erste mal und bestell mir promt zu scharfe
Chicken Wings. Enno und ich mixen ein bischen das Essen und werden beide
einigermassen satt für den Moment. Erwähnenswert ist, dass man dazu
zahlen muss wenn man sich im Geschäft niederlässt. Das ist überhaupt
hier weit verbreitet. Wir fahren weiter. Als Kartenleserin schlag ich
mich recht gut, auch wenn ich mich noch umgewöhnen muss auf Ennos
Fahrtgeschwindigkeit und der Irischen Hinweissschilder Größe. Langsam
wird es dunkel und wir kaufen uns an einer Tanke 1,5 l Cola, zum
wachbleiben. Bis nach Feakle isses noch ein Stück. Beim tanken kommen
wir mit den noch teilweise vorhandenen Tankservice in Kontakt. Man muss
nicht einmal aussteigen, sehr praktische Sache.

Um 9 Uhr kommen wir ohne uns grossartig zu verfit kurzen Pausen, aber
irgendwie gehört das zu dem
Charm der Gegend. Teilweise erinnert hier die Natur an eine begrünte
Mondladschaft mit Kühen. Und überhaupt muss ich an dieser Stelle mal
erwähnen, dass es hier nichts in einer vergelichbaren Menge gibt, als
Kühe oder Schafe. Ackerbau sucht man hier vergebens. Wenn man mich
fragen würde, mit welchen Worten ich Irland charakterisiere dann würde
ich sagen: grün, Kühe, Schafe, Hügellandschaft, Steinmauern, Cottages,
Miniröcke im Winter und Guinnes.

Wir steuern Ennis an weil uns der Hunger plagt. Eine süesse kleine Stadt
mit kleinen Lädchen, bunten Häuschen und natürlich Iren. Eine Irische
Stadt halt. Wir gehen in das erstbeste gut aussehende Restaurant und
lassen uns da nieder. Ich nehm ein Hambruger aus 100% irischen
Rindfleisch und Enno eine Hühnchen curry. Dazu Cola und 7up. Die
Portionen sind grösser als ich erwartet hab und muss leider was stehen
lassen. Als wir bezahlen fällt mir die Deutsche Polizeimütze über dem
Tresen auf. Als ich genauer hingucke erkenne ich ein NRW Wappen. Ich
weise Enno drauf hin, der promt die Bediehnung anspricht und ihr sagt,
dass die Mütze aus dem Land kommt wo wir herkommen.

Wir fahren weiter Richtung Heimat.

Erschöpft, auch wenn wir die ganze Zeit Auto fahren, kommen wir an und
reden erstmal mit Petra. Dann fangen wir an an unseren Berichten zu
tippen. Irgendwann essen wir noch Suppe und gehen dann pennen.

Dienstag, 22.3.05:

Heute steht der Folk Park in Bunratty auf dem Programm.

Nach dem Frühstück und einer schönen warmen Dusche machen wir uns auf
den Weg.

Nache einer Stunde und einem kleinen ungewollten Abstecher nach Shannon
erreichen wir das Freilichtmuseum, das viele ältere original Cottages
unterschiedlicher Zeitabschnitte besitzt. Auch eine kleine Burg steht
dort. Wirklich interessant alles! Es gibt auch Schafe, Hühner, Ziegen
und Schweine. Die Kühe und Pferde haben wohl Urlaub. Die Burg ist nahezu
ganz begehbar. Viele Stufen und kleine, schmale Gänge. Nichts für
Irlands dicke Kinder *kicher* Wir wandern ausführlich durch den Park,
schauen uns alles an, legen den Torf in den Häusern nach und fassen
alles an, was man anfassen kann. Auch Häuser von früheren wohlahbeneren
Familien findet man. Die haben dann geschmacklose Blümchentapeten,
Nähmaschienen, teures Geschirr und Schallplattenspieler. Auch das Haus
der Hughes Brothers findet man hier. Das sind die, die HB (in
Deutschland Langnese) erfunden und gegründet haben. Ich geh noch schnell
auf Klo und dann verlassen wir den Park wieder. Auf dem Parkplatz darf
ich mich mal auf den Fahrerplatz setzten und gucken wie man sich so
fühlen muss, wenn man rechts statt links beim fahren zu sitzen hat.
Komische Sache.

Dann fahren wir nach Shannon zu Mäkkes. Schliesslich müssen auch die
Fastfood Restaurants in Irland getestet werden. Bis auf die Brötchen
erkenne ich keinen Unterschied an meinem BigMac Menu. Bei der Fahrt nach
Feakle machen wir an einem See (Lake Shannon) halt, durch den der
Shannon river läuft. Sieht fast aus wie Meer. Es gibt auch einen kleinen
Hafen mit Segelbötchen und eine Art Irrgarten mit anschliessendem
Ausgucksplattform.

Dann fahren wir noch kurz nach Scariff, einem Nachbarort von Feakle.
Hier verkauft man uns, wegen unseren schlechten englisch Kenntnissen auf
dem Bereich der Medizin Abführtropfen. Eigentlich hatte Enno versucht
der Frau zu erklären, dass mich meine Blasenentzündung plagt. Wie die
jetzt auf Probleme mit dem Stuhlgang kam ist mir unerklärlich. Erst
Petra klärt uns auf, dass wir das falsche Präperat verkauft bekommen
haben. Ich beschränke mich wieder auf viel trinken, nochmehr trinken und
trinken bis ich kotze. Achja, warmhalten tuh ich mich auch nach
möglichkeit. Schönen Gruss an dieser Stelle an meinen Vater, ja Papa ich
hab mein Leibchen vergessen!

Petra hat uns Spaghettisauce übergelassen und wir kochen uns noch ein
paar Spaghettis. Das war echt lecker! Dazu gibts natürlich Schwarztee
mit Milch. So wie immer (ausser Abends).

Danach nutzen wir die letzten Sonnenstrahlen und rennen noch einbischen
im Dorf rum. Wir versuchen Kühe zu streicheln was uns leider nicht
gelingt. Selbst die Kühe sind hier mistrauisch. Aber zwei Hunde rennen
uns neugierig hinterher. An einem Haus, das nach einer wohlhabeneren
Familie aussieht, laufen aufrgeregt zwei kleine Münsterländer auf der
Mauer herrum und hinter uns her. Wenigstens zwei die sich freuen das wir
vorbei kommen.

Dann setzen wir uns noch ins Wohnzimmer, tippen an unseren Berichten und
unterhalten uns mit Petra.

Mittwoch, 23.3.05:

Am letzten Tag unserer Irlandreise fahren wir nach Galway, einer
größeren Stadt an der Westküste des Landes. Hier kann man gut Einkaufen,
es gibt wieder so etwas wie eine Shoppingmall. Ausserdem im Stadtkern
viele kleine süße Lädchen. Eine Stadt zum verlieben und direkt am Meer
gelegen. Wir nutzen diese Gelegenehit und gehen an den Strand. Es ist
sehr stürmig und kühl, aber das hält uns nicht ab uns auf eine Bank zu
setzten und einfach nur die Aussicht zu geniessen. Irland ist einfach so
schön, wenn ihr mal nicht wisst wo ihr Urlaub machen sollt: Fahrt hin
(… und nehmt mich mit!).

Nachdem Enno sich ausführlich im Vodafoneshop informiert hat fahren wir
weiter. Wir wollen noch zu einem Stein, weiter östlich, dessen Namen ich
leider vergessen hab.

Aber anstatt eines Steines finden wir viel Gebirge und Schafe. Nicht das
was wir sehen wollten, aber trozdem schön.

Im Endeffekt kamen wir dann in Laughrea raus. Wieder eins von den
kleinen irischen Dörfern wie man sie sich vorstellt. Hier gibt es einen
Club o.ä. namens “Kimbles“. Schnuckelisch!

Da uns der Hunger plagt begehen wir einen grossen Fehler. Ein Schild an
einem kleinen Fastfoodrestaurant verspricht Döner. Von wegen. Das war
vielleicht ein gut gemeinter Versuch Döner zu imitieren, aber da es noch
nicht mal ähnlich schmeckt könnte man es auch gleich lassen. Wie auch
immer, der Hunger treibts rein.

Danach fuhren wir noch etwas durch die Gegend. Wir versuchten mal wieder
Kühe zu streicheln, was uns natürlich nicht gelang. Gen Heimwärts
gerieten wir noch in eine Herde Pferde, die grade über die Strasse zur
Koppel getrieben wurden. Das war einfach toll. Ich guckte aus dem
Fenster und schaute zu wie manche kurz neben unserem Auto stehen blieben
und kurz am Gras zupfen. Sie wussten genau wohin sie mussten, der Bauer
kam im grossen Abstand hinterher gewackelt.

Nachdem alle Hottehüs weg waren fuhren wir weiter. Wir fotografierten
alt Ruinen, teilweise noch aus dem Mittelalter. Die stehen dann so
einfach auf ner Kuhweide. Oder gespenstische, zerfallene Kirchen aus dem
vorletzten Jahrhundert. Sowas gibts auch nur hier. Einfach toll.

Wieder in Feakle bekommen wir noch Reste von einem wunderbaren Auflauf
zugeteilt. Absolut nicht vergleichbar mit dem Döner, eine Wohltad.

Für den Abend werden wir noch ins Peppers eingeladen. Das ist hier im
Dorf die Kneipe. In jeder irischen Häuseransammlung gibt es einen Pub,
geht einfach nich anders. Was mich verwundert: Dort herrscht striktes
Rauchverbot. Wow.

Heute Abend gibt es Livemusik. Sowas habe ich ebenfall noch nie gehört.
Einfach toll diese Lieder die mit Geige, Flöte oder sonstigen
Instrumenten gespielt werden. Sie sind so verträumt und hügelig wie
Irland selber. Ich habe es ein Bischen mit meinem Handy aufgenommen. Ich
hoffe man kann ein bischen hören was ich meine. Wenn nicht, müsst ihr
wohl selber einfach mal nach Irland fahren.

Wir bleiben nicht lange im Peppers, da wir am nächsten Tag schon wieder
fliegen müssen. Aber mein Guinnes trink ich natürlich aus!

Donnerstag, 24.3.05:

Heute ist Tag der Abreise. Menno. Ich hätte hier auch einfach bleiben
können bis ich alt und grau werde, aber nein … es geht wieder zurück
nach Deutschland.

Wir fahren nach dem Frühstück und einer Verabschiedung Richtung Dublin
zum Flughafen. Das sind locker 200km und ich lasse noch etwas müde die
Landschaft auf mich wirken.

Am Flughafen geben wir das Auto ab. Noch ein kleines Stück zu Fuss, dann
sind wir im Gebäude. Am Checkin wieder die herbe Enttäuschung:
Auch die
Rückflugtickets sind storniert. Schöne Scheisse. Ein Platz ist noch
frei. Wir hoffen darauf, dass noch ein zweiter frei wird. Die Wartezeit
verteiben wir uns im Kostenfreien Wlan des Flughafens. Ich schreibe noch
ein paar Postkarten. Dann kommen wir auf die Idee unsere Digitalkamera
als Webcam umzufuntionieren. Jetzt können uns auch die Daheimgebliebenen
beim warten zugucken!

Wir haben glück, ein Platz wird noch frei. Jetzt geht alles recht
schnell. Wir warten (soweit ich weiss) noch etwas im Abflugbereich und
dann gehts ab ins Flugzeug. Durch das Tickethickhack sitzen Enno und ich
auseinander. Als ich mich grade schon schweren Herzens damit abgefunden
habe bietet die Frau neben Enno ihm an, die Plätze mit mir zu tauschen.
Licht am Ende des Tunnels!

Der Flug gestaltet sich ruhig.In Deutschland wieder angekommen werden
wir von meinen Eltern abgeholt. Tot müde falle ich ins Bett, jedoch mit
der Gewissheit, dass ich dieses Land bald wieder besuchen werde.