On the road again
Wenn man aus dem Rest der Republik kommt, hat man es in Berlin schwer. Noch schwerer habe ich es, wenn ich Leuten im Ruhrgebiet von den Fahrradfahrern hier erzähle. ich werde immer angesehen, wie Captn Blaubär. In Berlin ist es durchaus üblich, das Fahrräder Nacht ohne Licht und Reflektoren unterwegs sind. Dazu werden die Spuren gewechselt ohne das irgendwie anzuzeigen und rote Ampeln ignoriert. Das sorgt bei mir etwa wöchentlich für gehörigen Reifenabrieb beim Auto und Motorrad um mit Gefahrbremsungen und dank ABS noch um die Leute rum zu kommen. Manche bekommen es nicht mal mit, da sie Kopfhörer tragen. Spätestens da hat man, wenn man nicht aus Berlin kommt, die Krone der Unglaubwürdigkeit gewonnen. Aber das kann ich hier wirklich täglich sehen. Immer wieder gibt es dann vereinzelte Kontrollen, ohne auf ein Unrechtsbewusstsein zu stoßen. Daher kann ich über die Diskussion um Fahrradhelme nur müde lächeln. Licht und Verkehrsregeln beachten wäre hier deutlich wichtiger. Immerhin hat die Welt das Problem erkannt und Titelt heute mit “Einziger Berliner Radfahrer mit Licht gefasst!“
Wieder war ein Jahr rum und es ging wie im vergangenen Jahr mit der MoFaSiMü-Tour in den Harz zum Campingplatz Domäne Stiege.
Donnerstag Abend, nach einem warmen Tag im Büro ging es nach Hause um das Motorrad zu beladen. Eine ZX9-R ist nicht wirklich reisefreudig, aber es geht. Mit Speedbag, Tankrucksack und Rucksack beladen bekam ich Zelt, Klamotten und Essensutensilien mit. Andre nahm die Schlafsäcke, Luftmatratze und einen Haufen anderen Kram mit. Nur war meine Packweise irgendwie praktischer. Er war eingekeilt zwischen dem Gepäck wie ein Dackel auf dem Oktoberfest.
Mit etwas Verspätung begannen wir die Reise um prompt nach 2km auf der Stadtautobahn ohne Standstreifen wieder anzuhalten. Ich schaffte es so gerade mich auf der Sperrfläche zwischen Auffahr und Autobahn zu positionieren und zu sehen, warum das Speedbag so wanderte. Einer von zwei Spanngurten war gerissen. Ich knotete ihn zusammen, sicherte das ganze Konstrukt wieder und wir fuhren weiter.
Nur zwanzig Kilometer weiter wanderte das Speedbag wieder. Da wir kurz vor der Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung standen war es um so wichtiger, dass alles fest gezurrt war. Auch dieser Spanngurt wurde in Ermangelung neuer neu verknotet und das ganze noch mal anders fest gezogen. Anschließen amchte es einen Vmax sicheren Eindruck und wir konnten zügig weiter fahren. In diesem Fall hielt dann auch alles, bis wir in der Domäne an kamen.
Nur zwei einsame Leute erwarteten uns da. Das sah in den vergangenen jahren durchaus besser aus. Da es schon 22 Uhr war hatte kein Laden und keine Pizzaria mehr auf und wir vergnügten uns mit Vanille Waffeln.
Am kommenden Morgen ging es zum Einkaufen. Der Netto ist nur wenige Minuten entfernt und bietet alles, was man so brauchen kann. Anschließend ging es der varadero nach um die Kurven des Harzes und den Kyffhäuser hoch und runter. Zu guter letzt zeigten sie uns noch die Harzbob Bahn auf der man eine Menge Spaß haben kann. Meine 38.77km/h konnte ich am kommenden Tag jedoch toppen. Das Abendessen gab es in einer Dönerbude, die weder Fallafel noch Ayran kannten. Dennoch überlebten wir es. Unsere treuen Tourguides mussten aber am Abend abreisen, wurden jedoch durch fünf dazustoßende Piraten würdig ersetzt.
Der kommende Tag brachte noch besseres Wetter als der Tag zuvor. Bei weit über 20 Grad konnten wir durch die pralle Sonne fahren. Auf den Straßen um Stiege war weniger los als in den jahren zuvor und man hatte große Abschnitte in denen man einfach bequem fahren konnte. Den Kyffhäuser sparten wir uns zwar, dafür gab es aber die B27 bei Blankenburg und andere Routen, die ich noch nicht kannte. Beim zwischenstop an einem Wasserfall konnte man die Füße regenerieren und alte Männer ohne Hose ansehen. Auch mit dieser Gruppe ging es zum Harzbob. Um den Vortagesrekord zu toppen wählte ich Alex als Sozia. So bestückt und ohne zu Bremsen schoßen wir dem Tal entgegen. Man konnte sich zwar nicht mehr in die Kurve legen, da einen die Fliehkraft zu stark nach aussen drücke, aber wir erreichten über 42 km/h! Es folgte das traditionelle Grillen am abend, welches etwas länger dauerte und bei welchen man mir den Zugang zum Benzin verwährte.
Doch wenn es am schönsten ist soll man aufhören. So mussten wir Sonntag wieder die Zelte abbrechen und uns gen Heimat machen. Über einige schöne Bögen ging es zur letzten Tankstelle vor der Autobahn. Da mich mein Hinkebein bis dahin bereits wieder umbrachte fuhren wir zu zweit schnell vor, während der Rest (mit dickerem gepäck) die gemütlichere Reisegeschwindigkeit wählte.
Nachdem ich hier vor kurzem über Urlaub sinnierte kam mir in den Sinn, dass ich die Pfingstwoche ganz gut nutzen kann. Da ist es warm und ich habe halbwegs Zeit. Es sollte zum Motorradfahren in die Eifel, Luxembourg und nach Frankreich gehen. Vorher musste ich noch einen Vortrag in Köln halten und eine Hochzeit in Wuppertalangucken. Passt alles gut zeitlich und räumlich. Also wollte ich mit Auto+Hänger+Motorrad in die Kölner Wohnung fahren, dort eine Nacht bleiben, Vortrag halten, Hochzeit gucken, ab in die Eifel.
Dienstag rief mich der Kunde an, letzte Dinge besprechen. Schlimmes dämmerte mir, als es hieß “Bis morgen“. Warum auch immer hatte ich den Termin auf Donnerstag eingetragen, er war jedoch Mittwoch. Also alle Termine von Mittwoch umlegen, Hängervermietung informieren, dass es eine noch unklare Planänderung gibt und nach Zügen und Flügen gucken. Da ich weder den Hänger früher bekam, noch alle Termine in Berlin regeln konnte war klar, dass ich ein mal hin und her muss.
Innerhalb Deutschlands fahre ich üblicherweise Zug (Damit meine ich Fernverkehr, nicht ÖPNV). Entgegen der landläufigen Meinung ist der schnell, kostengünstig und sehr pünktlich (eine Einfache Rechnung Zug vs. Motorrad hatte ich hier mal). Aber da ich früh da sein musste, passte es alles nicht und ich stieg auf den Flieger um. Kostete das doppelte und hat mit Flughafentransfer vier statt sechs stunden gedauert. Aber diese zwei Stunden waren die entscheidenden. Durch einige Staus auf den letzten Meter war ich noch zu spät, was aber nicht schlimm war.
Von Köln ging es für den Abend nach Wuppertal, allerdings hatte ich mich noch nicht um eine Rückreise gekümmert. Mit dem Flugzeug hätte ich heute morgen von Tür zu Tür ca. drei Stunden gebraucht, mit dem Zug sind es nun gut vier. Allerdings kostet mich der Zug 50€ statt 317. Weiterer Vorteil vom Zug ist: Ich habe von den gut vier Stunden etwa 3.5h in denen ich in Ruhe durcharbeiten kann und halbwegs verlässliches Internet habe.
Also geht es nun zurück gen Hauptstadt. Heute Abend wird der Hänger abgeholt und das Motorrad verladen um dann morgen Mittag aus dem Büro zu starten. Nicht die optimale Reiseplanung, aber so geht es eben manchmal.
Gerade komme ich von einem etwas kühlen, aber durchaus schönen Wochenende in Wittstock zurück. Gestern habe ich mich entschieden, meine Vanucci Handschuhe auszumustern und mir doch die Held Phantom zu holen. Wie es dazu kam:
Als wir gerade das Zelt aufbauten hörte ich von der Strecke das untrügliche Geräusch eines rutschenden Motorrades. Es kam von der Start/Ziel gerade, wo um 200km/h gefahren wird. Durch die anderen Zelt sah ich viel Grün mit etwas weiss und schwarz. “Saffi” schoss mir durch den Kopf und ich rannte in seine Richtung (die sich da noch änderte) los. Nun weiss ich also, dass ich auch mit dem Hinkebein noch rennen kann. Nur tut es entsprechend weh. Als ich da war, war er wach und hatte seinen Humor nicht verloren. Das beruhigt in so einer Situation ungemein. Das Motorrad lag ein paar Meter weiter in Teilen.
Sein Vordermann hatte einen Reifen hochgeschleudert, der ihm quer entgegen kam. Den hat er unter sein Vorderrad bekommen – da war nichts mehr zu machen. Der Rahmen ist mehrfach gebrochen, die Front nicht mehr schön, Seitenverkleidung abgerissen und der Tacho bei 140km/h eingerastet
Gut gearbeitet hatte die gesamte Schutzkleidung. Shoei Helm, FLM Jacke, Dainese Rückenprotektor und Held Handschuhe hat es zerlegt, der Ellenbogen hat eine dicke Beule in den Tank gehauen, aber ausser ein paar Prellungen ist wohl nichts passiert.
Meine Abendplanung war einfach: Bochum-Wuppertal-Hagen fahren. Sollte in einer guten Stunde gemacht sein, bei dem Wetter und Stau vielleicht auch zwei. Gegen 17.30 Uhr fuhr ich in Bochum los. Doch schon zur Autobahn brauchte ich 30 Minuten. Auf der A43 kam ich dann nicht weit. Kurz nach 18 Uhr Stand ich zwischen Witten-Heven und Sprockhövel. Und das sollte sich eine Weile nicht mehr ändern. Die Autobahn war voller Laster die Probleme hatten in der Steigung anzufahren, besonders wenn sie gerade stehen geblieben waren. Dabei lernte ich ein paar spannende Dinge. Laster haben heutzutage wohl häufiger drei Achsen unterm Trailer. Die vordere Achse kann man hydraulisch hoch fahren. Dann wir die Niveauregulierung genutzt um die hintere Achse auch in der Luft zu haben. Somit drückt der Trailer viel stärker auf die Antriebsachsen der Zugmaschine. Nach einiger Zeit lief das THW durch. Der Fahrer vor mir guckte freudestrahlend und erwartungsvoll aus dem Menschen entgegen. Er erwartete die aus dem Fernsehen bekannte Decke und Gullaschsuppe. Er bekam ein “Fahren sie bitte rechts rüber, wir kommen nicht durch!“. Der alte Mercedes (wenn ich das richtig verstehe eine Bergungsgruppe EGS mit THW 87961) bahnte sich mit Ketten den Weg durch die Autos und auch über die Böschung. Respeeeekt! Dann passierte erst mal nichts.
Irgendwann stieg ich aus und lief den Kilometer zum Stau Ende. In der Ausfahrt Sprockhövel stand ein Laster Quer, geradeaus zum Kreuz Wuppertal-Nord hatten sich ebenfalls Unfälle ereignen. Leid tat mir besonders der Herr hinter mir. Er hatte nur seine Ausfahrt verpasst, war dann in den Stau geraten. Die Batterie war alle und auch nach Starthilfe kam der Wagen nie weit. Der ADAC und die Polizei konnten nicht helfen. So folgte er der Empfehlung der Polizei und liess den Wagen stehen. Er lief die paar Kilometer nach hause. Nach zwei Stunden liefen die ersten Leute zur 2km entfernten Tankstelle um Essen zu holen. Ich lernte eine Menge netter Leute kennen und wir bauten einen Schneemann, schmissen ein paar Schneebälle und machten das beste draus. Nach 23 Uhr konnte ich dann die Autobahn verlassen. Das THW (Danke!) hatte die Laster weggeräumt. Erst um 0.30 Uhr war ich zuhause. Somit hatte ich einen Schnitt von unter 10 km/h. Da hätte ich auch laufen können.
Wer findet das Motorrad?
Der Motorradfahrer war mit rund 140 km/h auf einer Landstrasse unterwegs in die die VW-Fahrerin einbog. Das Motorrad hatte Vorrang, die PKW-Fahrerin telefonierte und übersah das Motorrad. Dieser schaffte es nicht mehr genug zu bremsen oder auszuweichen um den Unfall zu vermeiden. Das ist in so Situationen auch immer schwer: Hinten vorbei? Geht nur wenn der PKW weiter fährt, oder vorne vorbei und hoffen, dass er bremst!?
Der Aufprall warf den Wagen um und schob ihn sechs Meter weiter. Alle drei Unfallteilnehmer (zwei im Auto, einer auf dem Krad) waren sofort tot und befanden sich IM Auto.
Die Fotos enstanden im Rahmen einer Polizeiaustellung zur Unfallprävention.
Weiterführende Link:
- MotoGP LCR-Honda: Randy de Puniet will in die Top 8 » Racing …
- Motorradunfall B427 bei Dahn zwei lebensgefährlich Verletzte …
- Peter's Touren und Reise Blog » Blog Archiv » Ares hatte einen …
Richie beschwerte sich einst, dass er BO-FH 23 nicht als Kennzeichen haben konnte. War ja auch bei mir :)

Funny Facts zum Nürburgring: Wenn er frei für alle ist (aka Touristenfahrten) gilt er zum Teil als Kraftfahrstraße. Es gibt abschnitte mit Geschwindigkeitsbeschränkungen, da wird auch mal gelasert. Zur Tourifahrt auch keine Kamera oder Stoppuhr mitnehmen, dies ist Verboten um Rennfahrten von Amateuren zu verhindern. Also nur fahren wenn Rennen ist, dann ists angenehmer :)
Ich stelle mir gerade vor, wie ein Hase mit 100km/h rechts neben einem Auto her rennt, dann vor dem Auto (zwischen dem Gegenvekehr) auf die andere Strassenseite wechselt und dabei nicht vom Radarmessgerät erfasst wird. Vermutlich auch noch mit nem VR6 geknipst die bei gerichtet über jeden Zweifel erhaben sind. Hier gibts mehr Details zum Fall Az.: 19 OWi 89 Js 1880/08 – 170/08 am AG Lüdinghausen.
Seit einiger Zeit steht hier ein Disput im Raum, gegebenenfalls kann ein technisch versierter Leser das ganze beantwprten + erklären:
Man fährt mit einem Auto oder Motorrad auf einer geraden Strecke, keine Kurve, keine Steigung, keine Neigung, kein besonders Starker Wind von irgendwo, im mittleren Drehzahlbereich. Man hält die Geschwindigkeit einigermassen konstant und kuppelt aus. Wird das Fahrzeug schneller oder langsamer?










