Business as usual

Es gibt die Telekom Hotline, die rufe ich gar nicht erst an. Aber die Telekom ist modern und man kann sie per twitter erreichen. Das versuchte ich. Mit mäßigem Erfolg. Aber zur Historie:

Wir hatten eine Bürogemeinschaft, eine Rechnung. Weiterverrechnung untereinander. Seit Mitte 2010 sollen die Anschlüsse aufgeteilt werden. Der Umzug der Anschlüsse hat mit nur wenigen Wochen Verzögerung funktioniert. Die Aufteilung der Rechnung nicht. Was ich an belegbarem habe

  • Aufträge gingen per Post 5x raus
  • Per Fax 2x
  • Dutzende Emails
  • 2x im Telekom Shop alles erklärt

Wir haben bald Mitte 2012 und das Finanzamt hält mich inzwischen wohl für einen pathologischen Lügner, weil ich die Sache nicht schlüssig erklärt bekomme. Wobei sie inzwischen scheinbar eher Mitleid haben. Nun gibt es den @Telekom_hilft twitter account. Ich klagte mein Leid, was nur in viele Male 140 Zeichen passen würde. Man gab mir eine eMailadresse und ich fasste zusammen:

(…) Hier die Trennung der Anschlüsse, die wir seit Mitte 2010 versuchen zu bekommen:

A GmbH, Adresse
030–(Nummernblock A)

B GmbH, Adresse
030-(Nummernblock B)

C GmbH, Adresse
030-(Nummernblock C)
030-(Nummernblock D)

Seit Monaten mit wechselndem Starttermin beauftragt:
C GmbH, Adresse
ISDN und schnellstes verfügbares DSL (…)

Ich hielt das, zusammen mit dem Vorlauf, für recht präzise. Die Antwort die ich erhielt war:

Sehr geehrter Herr Lenze,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail. Wir werden uns schnellstmöglich um Ihr Anliegen kümmern.

Um Ihnen die gewünschten Auskünfte erteilen zu können, bitten wir Sie, Ihr Anliegen nocheinmal genau zu formulieren.

Leider geht aus der bisherigen Korrespondenz kein eindeutiger Auftrag hervor.

Herzlichen Dank für Ihre Mühe,

mit freundlichen Grüßen,

XXX

Deutsche Telekom AG

WTF!? Langsam vermute ich, dass das Horst Schlämmer arbeitet.

Update 23.04.2012

Email erhalten

gern kümmern wir uns um Ihr Anliegen. Dafür brauchen wir allerdings noch einige Informationen.

Bitte ergänzen Sie in dieser E-Mail folgende Angaben und senden Sie diese an uns zurück.

Vorname Name (Anschlussinhaber/in):
Telefonnummer mit Vorwahl:
Kundennummer:

Und prompt geantwortet

derzeit müssten alle Anschlüsse über
XXX, foo-Straße, 10xxx Berlin laufen.
Die Telefonnummern habe ich Ihnen zuletzt am 11.04.2012 am 16.04.2012 sowie am 20.04.2012 geschickt. Sie haben sich seit dem nicht geändert!

Eine Kundennummer dazu kann ich Ihnen nicht nennen, da ich a bis heute keine eigene Rechnung erhalte.

Kann die Telekom bitte auch den technischen Teil der Vorratsdatenspeicherung machen? Dann habe ich da kein Problem mehr mit.

Update 24.04.2012

Ich wurde wieder weitergeleitet und erhielt eine Mail

Sehr geehrter Herr Lenze,

Herzlichen Dank für Ihre Anfragen über Twitter. Es tut mir leid, dass Ihr Anliegen bisher nicht zufriedenstellend geklärt wurde.
Mit mir haben Sie nun einen persönlichen Ansprechpartner. Ich bitte Sie, alle weiteren Anfragen direkt an mich zu stellen – erreichbar bin ich für Sie unter der E-Mail Adresse XXX

Ihrer letzten E-Mail entnahm ich, dass alle Anschlüsse unter “XXX” geführt werden sollen? Aktuell laufen alle Anschlüsse unter “A GmbH”. Eine wunschgemäße Änderung führe ich gerne für Sie durch – benötige dafür jedoch ein ausgefülltes Dokument von Ihnen. Bitte lassen Sie sich von dem Titel der Unterlage nicht irritieren, ich benötige es, um Ihren Wunsch bei der Deutschen Telekom AG offiziell hinterlegen zu können. Somit haben auch Sie die Gewissheit, dass Ihr Anliegen korrekt bearbeitet wird.

Bitte senden Sie mir das ausgefüllte Dokument an diese E-Mail Adresse oder wahlweise per Fax an 0391 – XXX. Bei Fragen bin ich jederzeit für Sie da.

Hrmm offensichtlich waren meine Mails bisher unklar. Also versuchte ich es erneut zu klären.

Hallo,
Bitte lesen Sie sich doch die diversen Mails, Briefe, Faxe und Anträge durch, die ich seit zwei Jahren schicke…
gerne trage ich mein Anliegen erneut vor, die tat ich bereits etwa ein Dutzend mal also bin ich geübt darin.

Aus meiner Mail vom 16.04.2012
“Hier die Trennung der Anschlüsse, die wir seit Mai 2010 versuchen zu bekommen:

A GmbH, Adresse
030–(Nummernblock A)

B GmbH, Adresse
030-(Nummernblock B)

C GmbH, Adresse
030-(Nummernblock C)
030-(Nummernblock D)”

Aus meiner Mail vom 23.04.2012

“derzeit müssten alle Anschlüsse über
XXX, foo-Straße, 10xxx Berlin laufen.”

Um es zu präzisieren:
- Das erste ist ein SOLL Zustand inklusive der Nummernblöcke und den gewünschten Anschluß-Inhabern. Das ist was wir wollen!
- Das zweite ist ein IST Zustand. Das ist was wir nicht mehr wollen!
Gruß, Enno Lenze

p.s. liebes Telekom Hilft Team. Das weiterreichen hilft offensichtlich nicht. Habe ihr noch eine Idee?

Ob es hilft?

Vor knapp zwei Monaten wollte ich nach einiger Zeit ein Gewerbliches eBay Konto reaktivieren. Soweit kein Problem, aber das Passwort  fehlte. Um das Passwort zu bekommen wurden mir einige simpele Fragen gestellt und ich bekam einen Link, den ich klicken sollte. Soweit, so einfach. Anschließend gab es noch einen Anruf bei dem mir eine PIN mitgeteilt wurde, die ich eingeben sollte. Doch immer wenn ich sie eingab wurde ich aus der Maske geworfen mit der Begründung, ich habe zu lange keine Eingabe getätigt. Also anderen Browser probiert und noch einen usw. bis ich alle grafischen Browser durch hatte. Ohne Erfolg. Also begab ich mich in die Hotline. Nach rund 10 Minuten war ich dran. “Gehen Sie mit der Maus auf einloggen und klicken Sie den Link an.” usw. wurde ich durch das Menü geführt. Dass ich meine ganze Story vorher erzählt hatte half nichts. Dass ich mehrfach sagte bereits andere Browser, Caches und Cookies usw. gelöscht zu haben auch nicht. Irgendwann kamen wir zu der Stelle, bei der ich raus geworfen wurde. Leider konnte man mir da auch nicht helfen. Ich wurde nach meinem Wohnort als Kind gefragt. WTF!? Das sind etwa fünf gewesen, in drei Ländern auf zwei Kontinenten. Keine Ahnung. Der gute Herr sagte mir, dann könne er nichts machen. Eine andere Lösung gibt es nicht, ich solle eine Mail schicken. in 2-3 Wochen sollte das Problem gelöst sein. Sehr gut, bei einem gewerblichen Konto. Ich erhielt kurz vor Weihnachten die Nachricht, dass man davon ausgeht, dass das Problem gelöst ist. Wenn nicht, solle ich mich melden. Also meldete ich mich erneut per eMail und Twitter. Bei Twitter sagte man mir immerhin, dass ich mal den Benutzernamen reichen solle, aber mehr passierte dann auch nicht. Nach weiteren Wochen ohne Erfolg lege ich nun einen neuen Account an, der hoffentlich in ein paar Tagen einsatzbereit ist. Da wundern mich die ganze Karteileichen an Konten wirklich nicht mehr :\

Ich gucke gerne gute Filme, seltener auch schlechte Filme. Heut eist es schwer Meisterwerke zu bekommen, die Metropolis oder Casablanca ebenbürtig sind, aber es gibt sie. Meist im kleinen Kino oder irgendwo auf DVD. Bei DVDs ist mir die Auflösung inzwischen zu schlecht, an sich will ich auch gar keinen Player mit drehenden Medien. Ich habe nicht mal einen DVD oder Blueray Player. Wenn ich eine DVD bekomme rippe ich sie und schiebe sie auf das 2TB Mediacenter. Da kann es nicht verloren gehen, nicht zerkratze und ist immer verfügbar. Aber bei DVDs ist die Auflösung einfach nicht mehr zeitgemäß. Ich will HD, und zwar volles. Gut, dass wir das Internet haben. Da ich selber Rechteinhaber bin verstehe ich auch, dass andere Leute für ihre Filme Geld haben wollen.

Ich will für mein Geld einen HD Film, den ich auf meinem Mediaplayer abspielen kann. Einfacher Deal? Nein.

Statt also in die Videothek zu laufen und einen Film zu leihen oder zu kaufen würde ich das ganze von der Couch aus machen. Aber die meisten Dienste lassen mich keine Filme mit meinem Setup gucken.

iTunes
iTunes läuft unter Linux nicht. Auf dem Mac kann ich zwar filme runter laden, aber nicht auf den Mediaplayer spielen. Ich bräuchte ein Apple TV für 99 Euro. Aber ich habe ja schon einen Mediaplayer und jetzt bekomme ich auch kein Apple TV irgendwo her.

MaxDome
Ich möchte nicht die Katze im Sack kaufen, also habe ich erst mal gesucht, welche Formate es dort gibt. Und gesucht und gesucht…offensichtlich stehtz nirgends auf der Seite ob ich die Filme Streamen oder runterladen kann und auch nicht, welches Format sie haben. Man kann sich ein Video ansehen in dem es heisst, dass man mit Windows Vista und einem HDMI Anschluss oder einer eigenen Settop Box gucken kann. Das klingt nach keinem guten Deal.

LoveFilm.de
Hat leider nur Video on Demand

MyVideo.de
Lockt mit kostenlosem Download von Kinofilmen. Leider kann man da nur Streamen und auch eher B-Movies, aber dennoch ein gutes Angebot.

VideoLoad.de
Man kann Filme mit Windows und dem MediaPlayer ab Version 10 sehen und mit einer Windows Client Software auch auf DVD brennen. Aber hat dann natürlich kein HD und kann sie ja auch wieder Rippen. Was ein Aufwand…

PirateBay
Hat eine gute Auswahl, auch in HD, in offenen Formaten. Leider unlizensierte Kopien. Ich würde gerne per Paypal die Lizenz zahlen, wenn es die Möglichkeit nur gäbe!

 

Im Ergebnis habe ich jetzt schon keine Lust mehr, sehe aber einfach, dass es kein brauchbares Angebot gibt. Schade!

Haben Sie Zeit für ein Interview?” – “Wenn Sie eine Kamera haben, erzähle ich alles, was sie wollen!” – Der Journalist muss kurz lachen und stellt sich vor. Er kommt vom Slowenischen Staatsfernsehen und macht eine Reportage. Kurz überlegen: Ich habe ihn nicht am Telefon, also gehts nicht um Piraten. Ich habe gleich einen anderen Termin, also habe ich keinen mit ihm. Aber er erklärt schon weiter, dass er zufällig auf uns gestoßen ist und den Shop und das Museum so ansprechend fand. Ah Berlin! Heimspiel, los mit den Fragen. Er bittet mich in den engen Trabbi, der im Eingangsbereich steht und fragt mich aus nach dem Tourismus, nach dem Schrecken der Mauer und der Romantik der Ostalgie. Gute fragen, schön zu beantworten. Sowas mache ich gerne. Nach wenigen Minuten steht eine Traube Menschen um den Trabbi, das Interview ist auch schon wieder vorbei und ich kann weiter zum nächsten Termin. Ich hoffe, er meldet sich, wenn die Reportage fertig ist. Oft sehe ich das Ergebnis solcher Einsätze gar nicht. Aber es macht Spaß!

Eines meiner Projekte ist das Historiale BERLIN MUSEUM, welches die Geschichte Berlins in 10 Sprachen in 45 Minuten erzählt. Nun habt ihr dank der Aktion “Berliner Schätze” von 105.5 Spreeradio die seltene Gelegenheit am kommenden Samstag umsonst rein zu kommen.

Solche Events brauchen natürlich Vorbereitung. Wir erwarten viele Hundert Gäste, also müssen alle Stationen ausreichend besetzt sein. Nochmal alle Audioguides Laden und testen und natürlich mit den Medien reden. Heute hatte ich das erste Telefoninterview für Spreeradio, allerdings nicht live. An sich mag ich Radiointerviews, am liebsten live. Man kann dann zeigen, dass man sein Projekt kennt und dahinter steht. Bei aufgezeichneten Interviews weiß man nie, was noch geschnibbelt wurde. Und bei Fernsehinterviews muss der Ü-Wagen kommen oder man muss ins Studio. Auch gut, aber eben Aufwand. Und meine Styleberaterin ist gerade abtrünnig, also müsste ich mich selber einkleiden.

In sofern freue ich mich auf die kommenden Tage an denen ich in Berlin auf 105.5 zu hören bin.

Wie ihr gelesen habt, war ich einige Zeit im wilden Kurdistan unterwegs und habe dieses Land lieben gelernt. Zu Gast war ich beim Deutschen Kulturzentrum unter der Führung von Siggi Martsch.

Das Kulturzentrum sucht nun eine Praktikantin oder einen Praktikanten für 6-12 Monate. Flug, Verpflegung und Unterkunft werden gestellt, dazu ausreichend Taschengeld um die Zeit dort rum zu bekommen. Man sollte Deutsch und Englisch können, volljährig sein und Spaß daran haben die Arbeiten des Zentrums mit zu koordinieren, Events vorzubereiten usw. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es dort an keinem Tag langweilig wird und man durch so ein Praktikum sehr gute Kontakte vor Ort knüpfen kann oder einfach mal eine andere Welt kennen lernt.

Ja, aber…

Randolf, Richie und Axel haben zum Beispiel „Gulli wars“ als eBook und Print-Buch gleichzeitig heraus gebracht und beides lief gut. Allerdings war es auch komplett in Eigenarbeit entstanden und es war letzten Endes auch bezahlte Arbeitszeit, die da rein geflossen war. Die Download-zahlen von Gulli Wars dürfen in die tausende gehen (genaue Statistiken habe ich noch nicht zur Hand), die Verkaufszahlen hingegen liegen bei unter 500 Exemplaren. Allerdings reden wir hier auch von einem Buch ohne klassisches Buhandels-Marketing und mit einer jungen, netzaffinen Zielgruppe. Mein Blogpost bezieht sich daher auf „normale“ Bücher aus dem Verlagsalttag.

Was kostet die Erstellung eines Buchs?
Das kann man pauschal kaum beantworten, aber ich versuche mal den Ablauf etwas zu erläutern. Eine Buchidee entsteht meist beim Verlag. Man weiss, was die Kunden wünschen, konzipiert ganz grob ein Buch und überlegt welcher der Autoren, mit denen man arbeitet das Buch schreiben könnte. Oft schicken Leute eine Buchidee per eMail an den Verlag und fragen ob wir das Buch mit ihnen machen wollen. Wenn die Idee gut ist, geht auch dort die Arbeit los.
Man trifft sich mit dem Autoren, dem Verlagsleiter und manchmal noch 1-2 weiteren Leuten und spricht das Buch ab. Welches Format bekommt es? Will man zu guten Preisen drucken kann man nur Seitengrößen nehmen, die sich ohne Verschnitt aus einem Bogen schneiden lassen. Dadurch ergibt sich auch, dass man die Seitenzahl oft in 8er oder 16er Schritten staffelt. Hat man am Ende 11 von 16 Seiten übrig muss man kürzen oder sich etwas anderes überlegen. Eine Seite kann eine bestimmte Menge Zeichen in der üblichen Größe beherbergen. Man legt also Anzahl und Größe der Abbildungen (sofern vorhanden) fest und berechnet die Gesamtzeichenzahl, die der Autor abliefern soll. Die Abbildungen oder Fotos muss man entweder erstellen lassen oder für die Auflage lizensieren. Auch während des Schreibens trifft man sich immer wieder, telefoniert, schick Emails oder ähnliches um das Buch in die richtige Richtung laufen zu lassen. Ist es vom Autoren fertig, so kommt es ins Lektorat. Dort wird nicht nur Rechtschreibung und Grammatik korrigiert, sondern auch die Fakten überprüft. Ist alles zusammen, setzt der Designer das ganze Buch. Es wird eine ISBN aus dem Block des Verlages genommen und das Buch wird beim Verzeichnis lieferbarer Bücher angemeldet.
Anschließend wird das Buch gedruckt und an den Verlag geliefert. Der Verlag verkauft die Bücher selten selbst in Läden oder im Onlineshop, meist werden die Bücher an den Buchhandel geliefert. Oft über größere Zwischenhändler wie KNV oder an Onlineshops wie Amazon. Die Rabatte, die der Buchhandel dabei erhält sind der Gewinn von dem diese dann leben. Diese Rabatte können im Einzelfall bis 50% gehen, wie man im Börsenblatt des Buchhandels nachlesen kann.
Der Autor bekommt ein (meist prozentuales) Honorar an den verkauften Büchern.
Somit sieht man, dass der Druck nur ein kleiner Kostenfaktor in der gesamten Produktion ist.

Was kostet ein eBook?
Ein eBook kostet an sich das gleiche. Nur, dass man sich den Druck und den Buchhandelsrabatt spart. Dafür braucht man einen anderen Vertrieb z.b. über den Amazon-Kindle shop, über den Apple Bookstore oder andere. Hierfür sind wiederum Provisionen fällig, die grob zwischen 10% und 30% liegen.
Auf der anderen Seite kann man Bereits produzierte Bücher zu eBooks konvertieren und zweit-verwerten. Dadurch verteilen sich die Initialen Kosten auf mehr Verkäufe. Die Autorenhonorare und die Bildrechte fallen dennoch an.

Somit kann man selbst ein Buch, welches man 10 Millionen mal verkauft hat, nicht kostenlos anbieten. Es würde z.b. gehen, wenn man es nur über die eigene Homepage vertreibt und es selber geschrieben hat und auf sein Honorar verzichtet.

Welche Probleme gibt es in der Praxis?
Will man also eBook zumindest günstig anbieten, so muss man sie über den eigenen Shop verkaufen. Der Shop muss also den Verkauf von Dateien in irgend einer Art unterstützen. Am einfachsten ist es, wenn der Besteller mit der Rechnung direkt die Datei per Email erhält. Da kommt die nächste Frage auf: Kopierschutz, oder nicht? Ich bin für ein klares „nein“. Mich nerven Kopierschutze bei allen digitalen Medien sehr. Wenn ich etwas erworben habe, möchte ich es auf jedem Player, Computer usw. nutzen können. Auf der anderen Seite kostet die Implementierung eines Kopierschutzes zwangsläufig Geld, welches der Kunde, der nichts von hat, wiederum zahlen muss.

Welcher Schaden entsteht durch Raubkopien?
Das Wort „Raubkopie“ wird in Deutschland sehr gerne benutzt, ist aber völlig falsch. Bei einem Raub wird einem mit Gewalt etwas abgenommen. Leitet jemand ein eBook per Mail weiter, so nimmt er mir nichts weg und hat keine Gewalt ausgeübt. Im Gegenteil: Er war zu jemandem freundlich und hat das Produkt vervielfacht. Daher rede ich lieber von unlizenzierten Kopien.

Den Schaden davon zu beziffern ist gar nicht einfach. Nehmen wir das Beispiel, dass jemand ein eBook kauft und weiterleitet. Mir als Verleger entstehen durch die Weiterleitung keine weiteren Kosten. Ich zahle die Lizenzen und Honorare nur für verkaufte Bücher. Der Schaden entsteht als denen, deren Lizenznehmer ich bin. Sollten sich aber die unlizenzierten Kopien in meinem Verlag häufen, so könnte ich diese Leute als Geschäftspartner verlieren. Der Gewinn entgeht mir nur, wenn der unlizenzierte Nutzer das eBook sonst tatsächlich gekauft hätte. Und der Punkt ist immer sehr schwer nachzuvollziehen.

Buch im Print und als eBook?
Schwer auch ist die Zielgruppe derer, die ein Buch als Papier und eBook Version wollen. Dass man das gleiche Werk nicht zwei mal bezahlen möchte, kann ich gut verstehen. Als Verlag auseinander zu halten, wer bereits das Buch im Print hat und wer nicht, geht aber auch kaum. Dort wäre eine Art Doppel-Lizenz das Mittel der Wahl. Ich weiss aber nicht, wie man das umsetzen kann.

Ergebnis
Komplett kostenlose eBooks sind in kommerziellen Verlagen aufgrund der Lizenzpolitik heute fast nicht möglich. Macht man selber ein Buch und verzichtet auf sein Honorar, so ist es durchaus möglich. jedoch fehlt einem dann der große Vertriebskanal.

Wenn ich eine Stelle ausschreibe, dann möchte ich wenig zu lesen haben. Alles per Email, alles als PDF, dann kann ich es gut weiterleiten und habe keinen Stapel totes Holz rum liegen. Keine Zeugnisse, keine Empfehlungsschreiben. Nur einen Lebenslauf und ein Anschreiben. Ich bekomme monatlich Bewerbungen im dreistelligen Bereich. Anderen unternehmen wird es nicht anders gehen. Da hat man etwa eine Minute um zu sehen ob etwas interessant ist, oder nicht.

Anschreiben und Lebenslauf

Das Anschreiben ist das wichtigste. Hat sich die Person mit dem Unternehmen beschäftigt oder kann zumindest einen guten Grund nennen, warum wir zusammen passen? Das muss keine große Poesie sein, aber irgendwas sollte man sagen können. Danach kommt der Lebenslauf. Hat die Person jemals etwas getan, was nicht zum Pflichtprogramm gehört? Es gibt viele Bewerbungen die so Aussehen:

  • Grundschule
  • Weiterführende Schule
  • Uni

Das ist mir etwas knapp. Entweder fehlt da etwas, oder die Person hat sich nie wirklich für etwas interessiert oder engagiert. Fast alle Mitarbeiter hier Arbeiten in einem Bereich aus dem sie eigentlich nicht kommen, haben aber spannende Hobbies. Viele spielen oder spielten in einer Band, waren Pfadfinderführer, spielen auf Weltniveau Ultimate Frisbee oder haben sich im Ausland sozial engagiert. Meist junge Leute, die die Uni abgebrochen haben. Dazwischen gibt’s eigentlich keinen Zusammenhang, aber das ist das Schema, welches ich oft sehe. Und ich mag es, das sind Leute die etwas erzählen können und die gut ins Team integriert werden können.

Warum kein Arbeitszeugnis?

Ein Arbeitszeugnis muss in Deutschland positiv sein. Man darf nichts negatives reinschrieben. Damit endet meine Argumentation bereits. Man kann zwar Dinge schreiben wie „Hat sich stets bemüht“, darf man aber auch nicht mehr, sobald alle beteiligten wissen, was es heisst.

Zum anderen: Warum sollte sich der Arbeitgeber groß mühe geben? Er schreibt ein gutes Zeugnis, hat sicher keine Probleme mit und der Angestellte ist zufrieden. Alles andere erzeugt Arbeit und somit kosten. Und das für einen Mitarbeiter, der einen verlässt. Das ist einfach unwirtschaftlich. Ich erlebe es in den letzten Jahren extrem oft, dass man sein Zeugnis selber schreibt.

Warum keine Schulzeugnisse?

Die Fächer, die mir wichtig sind gibt es nicht: z.B. Freundlichkeit, Engagement, Kreativität. Aber auch die Messbaren Dinge helfen nicht immer. Ich hatte Bewerber, die gut englisch Sprechen, aber eine 5 hatten, weil sie so viel gefehlt haben. Dann hatte ich die Bewerberin mit Englisch im Abi, die sich aber nicht auf Englisch mit mir unterhalten konnte, weil sie nicht drauf vorbereitet war. Sowas ist ungünstig, wenn das Telefon klingelt, man aber nicht weiss welche Sprache der Anrufer spricht. Zu guter letzt bliebt mir ein Mathematik Student im Kopf, der Probleme mit Kopfrechnen hatte, weil er eben ganz andere Dinge im Studium macht. Alles Einzelfälle, aber die, die mir im Gedächtnis blieben, weil sie so bezeichnend waren.

Was zählt bei der Bewerbung?

Für mich ist daher wichtig: Kommen die Bewerbungen, wie gewünscht an. Also per Email und nur mit den notwendigen Unterlagen. Ist die Person engagiert gewesen? Dann wird man eingeladen. Macht die Person einen netten Eindruck? Weiss wer in Berlin Bürgermeister ist und wann der 2. Weltkrieg war und wann die Mauer fiel? Das ist im Tourismusbereich in Berlin Grundwissen. Kann man auf Englisch smalltalk machen? Wenn das passt kann man hier fast überall anfangen.

Die kommende Woche werde ich als Speaker beim Deutsch-Irakischen Freundschaftsfest im wilden Kurdistan, also im Irak verbringen. Die Stadt der Wahl heisst Erbil oder Arbil (je nach Landessprache) und ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan.

Mein Vortrag behandelt Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Zeit nach dem Mauerfall. Ein Land im Umbruch, in die Zukunft gerichtet. Darum geht es. Ich bin gespannt auf diese Gegend der Welt, die meine Weltkarte um ein Land erweitern wird.

Früher waren Postkarten das Pflichtprogramm in jedem Urlaub. Den einen ging es nur darum zu zeigen, wo sie waren, die anderen wollten wirklich grüße nach Hause senden. Für Schreibfaule gab es auch den Din A7 großen Stempel mit einem Standard-Text. Inzwischen checkt man bei Facebook ein und postet ein paar Bilder. Ich hatte früher am meisten mit Postkarten zu tun, als ich bei Postcrossing aktiv war. Bei dem Dienst sendet man anderen Leuten in der Community Postkarten und erhält dafür welche. Damit kann man eine Menge Zeit verbringen und es macht auch Spaß. Doch im Souvenirladen sehe ich wie die Leute weiterhin Unmengen Postkarten kaufen. Das zieht sich über alle Nationen und alle Altersschichten. Am besten gehen natürlich günstige Postkarten, oder die mit einem Mauerstein drin. Die wirklich beeindruckenden, welche man auch gut im Rahmen hinstellen könnte gehen preislich bedingt eher weniger gut. Aber was tun, wenn man keine der normalen Postkarten versenden möchte, aber Muddi eine solche erwartet? Schon um 2005 hatte ich mal ein Set Enno-Postkarten gemacht. Mit Karton, einem Farblaser und einem Schneidebrett. Wenig spektakulär, aber immerhin hatte ich mehr Spaß an den Postkarten und die Empfänger hatten, was sie wollten. Wenn so eine kleine Serie ein Erfolg ist kann man natürlich auch Postkarten drucken lassen und das ganze Weihnachten exzessiv betreiben. Laserline lohnt sich übrigens auch, wenn man mal alle Deadlines verpasst hat. So haben sie mir zu 3Gstore Zeiten mehr als ein mal das Leben gerettet (z.B. bei unserer Plakatkampagne in Berlin). Wer nun schon Photoshop auf hat um einen Wust von Postkarten zu designen, der möge natürlich auch mich bei der Zusendung bedenken. Ich werde damit dann das neue Büro tapezieren.