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Wenn man ein Notebook auf dem Schoß hat sind die Kabel überschaubar. Doch je mehr Rechner es auf kleinem Raum werden, desto übeler wird der Kabelsalat. Doch wie bekommt man Ordnung ins Chaos?

Ausgangssituation in diesem Fall: Ein 42HE Rack mit diversen Servern, 2 Switchen (internes und externes Netz), 1 Kupfer uplink. Die meisten Server haben zwei Netzteile und mindestens zwei Netzwerkkarten. Zum Teil kommen noch Remote admin Karten dazu.

Gehen wir mal von 20 Servern mit je 2 Netzteilen, 1x Internes 1x Externes Netzwerk und 1x Remote admin Karte aus so haben wir 100 Kabel. Da wirds spannend.

Netzwerk und Rack Aufbau planen

Zunächst eignen sich Zettel und Stift:
- Welche Server habe ich?
- Habe ich für alle 19″ Schienen da?
- Wie Tief sind sie? (Wenn es eng wird einen Switch auf die Rückseite hängen?)
- Wie Viele Uplinks habe ich?
- Wie viele Netzwerkkarten muss ich belegen?
- Wie viele Netzteile müssen Strom bekommen?
- Kommt eine Schublade mit KVM und Display rein?

Daraus ergibt sich:
- Wie viele Switche mit wie vielen Ports
- Wie viele Steckdosenleisten
- Wie viele Kabel

Anordnung des ganzen:
- Gibt es Server die direkt miteinander verbunden werden müssen? (z.b. Webserver und DB Server, … )
- Wo kommt der Uplink her? (meist oben, also Switch nach oben)

Dokumentation!

Als nächstes kann man sich einen schönen Plan malen was wie womit verbunden wird. Das kann später bei der Fehlersuche oder bei der Übergabe an einen anderen Admin helfen. Welche IP Adresse und welchen Login hat welcher Switch und welche Remote Karte? Wurden Ports gemirrort, trunked, geshaped, sonst was?

Farbe bekennen und Sachen bestellen

Die Netzwerk und Stromkabel sollte man farblich sortieren z.B.
- Rot: Uplink
- Weiß: Verbindung vom Server zum Switch (extern)
- Gelb: Verbindung vom Server zum Switch (intern)
- Grün: Verbindung von Server zu Server
- Blau: Verbindung Switch zu Switch (wenn man nicht eh Fibre dafür nimmt)

Und beim Stromkabel
- Weiß: 1. Netzteil
- Grau: 2. Netzteil

Das ganze bestellt man mit etwa 20% mehr Kabeln als geplant, die braucht man ganz sicher noch. Dazu die Steckdosenleisten bei denen man auch bedenken sollte, dass man mal ein Notebook mitnimmt oder mal ein Server dazu kommt. Ein Lablegerät oder Kabelstrapsen mit Fähnchen (“Wir machen es wie die 0815-Bank und entscheiden uns für die Fähnchen“). Bei den Kabelstrapsen 2 Pro Kabel Planen. Also im anfänglichen Beispiel 200 Stück.

Zusammenbauen

Dann sucht man sich einen Azubi der unartig war und lässt ihn alles Beschriften: Steckdosen z.b. mit “Strom 1″ bis “Strom X” alle Label am Anfang und Ende mit dem passenden Server Namen. Bei den Stromkabeln kann man es an einem Ende auf den SchuKo Stecker schreiben.

Zusätzlich zum Server Namen kann es sich anbieten jedem Server eine Nummer zu geben, den Switchen jeweils Funktionen. z.B.
- Switch1: Extern/Uplink
- Switch2: Intern
- Switch3: Remote Karten – Verbunden mit Switch1

Jeder Server hat dann als Port Nummer seine Server Nummer.

Anschließend muss man nur noch alles zusammenstecken und gut. Klingt vielleicht nach Overkill, hat sich aber bewährt. Egal wo man welches Kabel raus zieht: Man weiss wo es wieder hin muss.

Ich glaube damit habe ich alles Bedacht oder noch weitere Ideen?

  • http://christian.korn.cx Christian

    Das Rack von dem du hier schreibst muss ein anderes sein als das was ich in Erinnerung habe. ;)

  • http://treehugginpussy.de Malte Diedrich

    Auf die Einkaufsliste sollte noch Klettverschluss, das gibt es als Rollen, um Kabelbündle zusammenzuhalten.

  • Phillip Marzi

    Ist das jetzt die Fortführung von der Verkabelungsstrategie die ich damals in dem Rack im Büro versucht hatte anzuwenden? :)

  • Ruben Püttmann

    Mhh was machst du wenn du die Ethernetkarten channelst und die Netze via tagged vlans da drauf legst?

    Dann hast du mehr Bandbreite und Redundanz. Wohl klapt das mit den farbigen Kabeln nicht mehr.

  • http://a.ctdo.de Daniel Schmidt

    Enno, du machst dir viel zu viele Gedanken und das Ganze wird viel zu kompliziert.

    1. Patchkabel alle in der gleichen Farbe und Länge (irgendwo zwischen 2 und 5m) nehmen. Farbcodes halten sich IMHO nicht besonders lange. Schnell braucht man mal ein Kabel, dann ist keins in der passenden Länge, Farbe, greifbar und man nimmt ein irgendwie anderes passendes. Crossover-Patchkabel sollten farblich gekennzeichnet sein.
    2. Patchkabel stumpf durch numerieren, kann man direkt so bestellen
    3. Zum Beschriften kein Labelgerät nehmen, oder eines, welches auf Gewebeband drucken kann (teuer), alternativ gibt es Gewebeband zum handbeschriften mit Kugelschreiber. Russentechnik, die solide und schnell funktioniert
    4. Kabelführungen sind wichtig. Horizontale Halterungen unter den Patchpanel anbringen, und vertikale an den Seiten links und rechts im Schrank. Jedes Gerät sollte sich ohne Kabelsortiererei vorne rausziehen lassen
    5. Diese Klettbänder zum Bündeln sind gut & wiederverwertbar
    6. Kabelplan: Kabel Nr. | Gerät/Netzwerkkarte | Switch/Port oder Patchpanel/Port |
    Man will ja wissen, wo welches Kabel hingehört, wenn eins mal daneben liegt. Kopie vom Kabelplan einlaminieren, lochen, und per Kabelbinder in den Löchern der Schranktür festbinden

    Und eine Person bestimmen, die für den Schrank und die Verkabelung zuständig ist. Und nur diese Person darf Kabel stecken, oder muss informiert werden, wenn etwas geändert worden ist. Und diese Person muss regelmäßig den Schrank kontrollieren und die Kabelliste aktualisieren.

    Wir warten alle auf Bilder von “Nachher”! ;-)