Was braucht man an Schutzkleidung?
An sich ganz einfach: Ausser den Augen sollte nichts zu sehen sein. Also Funktionsunterwäsche (inklusive Socken), Stiefel, Hose, Jacke, Handschuhe, Helm, Sturmhaube, Und alle Protektoren (Rücken, Hüfte, Knie, Unterschenkel, Ellenbogen, Schulter). Das Problem ist die riesen Auswahl. Also wohin? Der Laden meiner Wahl ist Louis, für eine andere Dinge auch zu Polo, bisher war ich gerade mit dem Service bei beiden sehr zufrieden.
Einteiler, Zweiteiler, irgendwas?
Kombijacken und Kombihosen kann man über den “kurzen” oder den “langen” bzw. “rundum” Reißverschluss verbinden. Der Kurze ist nur etwa 30cm Lang am Rücken und lässt eine Menge Luft durch. Der rundum geht, wie der Name schon sagt einmal rum. Meiner Meinung nach ist das einzig Sinnvolle eine Kombihose und -Jacke die mit dem Rundumreißverschluss verbunden wird. Damit hat man keinen Wind der irgendwo ungewollt drunter greift und hat im Falle des Unfalls eine gute Sicherheit, dass man keine Abschürfungen irgendwo hat.
Leder oder Textil?
Inzwischen mehr eine Frage des Geschmacks als der Sicherheit, zumindest solange man nicht Regelmäßig jeweils jenseits der 250km/h fährt. Textilkombis sind bequemer und oft luftdurchlässiger erhältlich. Bei Leder ist die Passform besser. Ich habe ein Zweiteiliges Lederkombi von Vanucci welches sich nach 3-4 Wochen Anschmiegezeit exakt an den Körper angepasst hat und wie eine zweite haut sitzt. Dafür ist es im Sommer wärmer drunter. Für den Sommer gibt es perforierte Lederkombis oder die passende Unterwäsche.
Temperaturregelung durch Funktionsunterwäsche
Inzwischen habe ich drei Sätze Unterwäsche hier: Wärmende von Rukka mit der ich auch 700km im Schneeregen fuhr, Baumwolle von Tchibo und kühlende von Tess mit Silbertreifen, welche bei 35 Grad in Zagreb aber auch nur noch für Schadensbegrenzung sorgte.
Wichtig ist dabei die Belüftung. Während ich im Winter mit Rukka und ohne Belüftung fahre (und geschlossenen Stiefeln) habe ich im Sommer mit Luftdurchlässigen Oxtar Stiefeln und offenen Belüftungen wodurch die Tess Unterwäsche Ihre wärme an die vorbeiziehende Luft ableiten kann.
Stiefel, Boots, Schlappen
Motorradstiefel haben ihren Sinn. Einer meiner Instruktoren der Polizei Brandenburg knickte mit dem Fuss um, die Fussraste schob den Fuss weiter. Er hatte zwar einigen Kummer mit dem Fuss, aber es riß nichts ab. Der Stiefel Sorgt beim Unfall dafür, dass man keine Stellen zwischen Fuss und Bei hat die Abschürfungen bekommen können. Schleifkanten machen bei Supermoto oder Sportfahrern durchaus Sinn. Meine ersten Stiefel hatten keine, daher hatten Sie nach einiger zeit Macken an den Stellen. Biker Boots erfüllen eingermassen den gleichen Zweck haben aber keine so Schöne Passform und oft keine Belüftung. Zur Zeit fahre ich mit den Oxtar Stiefeln, die nächsten werden wohl Sidi sein.
Handschuhe
Wie bei allen Themen spalten sich auch hier die Geister. Ich fahre seit Jahren mit zweilagigen Vanucci Lederhandschuhen ohne weiteren Schutz, weil ich die Haptik Mag. Sinnvoller wären sicher Racinghandschuhe mit Kunststoff oder Carbon Besatz, welche es auch mit sehr guter Haptig gibt. Für den Winter gibt es kuschelige Unterziehhandschuhe, für den Sommer kühlende. Im Winter fahre ich Meist mit relativ Dicken Rausch Handschuhen und Verbindung mit Daytona Heizgriffen. Das geht bis -5 Grad ganz gut.
Sturmhaube
Die Sturmhaube hält Schweiss, Haargel, Makeup usw. aus dem Helm und man muss das Innenfutter nicht so oft Waschen. Außerdem dient es wieder der Temperaturregulierung. Im Sommer habe ich eine Seidensturmhaube, welche die Wärme ableitet im Winter eine Vanucci “Ninja” Haube welche einen langen Hals hat, der bis unter die Jacke geht. Im Sommer ist Halsfrei deutlich angenehmer.
Protektoren
Ein wichtiger Grund für eine ordentliche Kombi ist, dass man die Fächer für Protektoren hat. Die Stiefel sollten Stabil genug sein, dass das Motorrad drauf liegen kann, danach kommen Einsteckprotektoren für Schienbein, Hüfte, Ellenbogen und Unterarm sowie Schulter. Für den Rücken gibt es Einsteckprotektoren, ich würde aber einen zum Umschnallen empfehlen. Zum einen spart man sich den Nierengurt, zum anderen ist die komplette Wirbelsäule geschützt. Nachteil ist ein ziemlich verschwitzter Rücken im Sommer.
Bequemlichkeit vs Sicherheit
In TShirt und Shorts fahren ist sicher Bequemer, ich brauche immer etwa 5 Minuten um mich in die 10Kg Schutzkleidung zu bekommen. Dann habe ich acht Klettverschlüsse, sieben Reißverschlüsse, vier Knöpfe und ein Helmscharnier zu. Aber ich habe die Sicherheit auch bei Abflügen bei hohen Geschwindigkeiten sehr gut geschützt zu sein. Wer mal abgeflogen ist, wird sich vermutlich nicht mehr gegen Schutzkleidung entscheiden.
Was kostet der Spaß?
Das ist sehr Unterschiedlich. Bei mir z.B rund 1.300 Euro für die Sommerausstattung. Ein Freund von mir bekam im Schlußverkauf alles ausser dem Helm für unter 250 Euro, aber nur, weil noch genau seine größen über waren. Im Groben würde ich 1.000-1.500 Euro einplanen.
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