Zivilcourage Vs. Volksbewaffnung
Oft habe ich Diskussionen über das Thema Waffen. Ich mag Waffen, da sie technisch interessant sind und halte sie weiterhin für wichtig in unserer Gesellschaft, da einfach nicht alle Leute lieb sind. Sonst hätten wir keine Bewaffneten Polizisten und kein Militär. Mein Freund David Schiller ist da gleicher Meinung, obwohl er lange beim Militär war und unter anderem die MEK Ausbildung mit entworfen hat. Damit Hand in Hand geht die fast nicht mehr existente Zivilcourage. Würden die Leute mehr hingucken und eingreifen würde ich vermutlich keine Waffen führen oder im Haus haben. Aber im Moment kann man sich noch sicher sein, dass man verloren ist wenn einem etwas passiert. So erlebt zum Beispiel vor etwa drei Jahren, als ich von zwei Leuten in einer S-Bahn angegriffen wurde, die Bahn zwar voll war, aber mir weder jemand half noch den Angreifern half als ich sie verletzte noch da blieb bis der Rettungsdienst und die Polizei eintraf. Unbewaffnet wäre es vermutlich zu meinen ungunsten ausgegangen.
Ich komme auf dieses Thema, da ich gerade beim verlassend es Büros auf eine ähnliche Situation traf: Zwei Jugendlich schlugen einen anderen (es ging wohl um sein Handy). Mitten in Bochum im Bermudadreieck, etliche Leute drum herum die verschämt zusahen. An sich ist der Vorteil, dass solche Angreifer keinen Streit sondern ein Opfer suchen. Und es gibt genug Leute die sich in der Opfer Rolle sehr wohl fühlen und ohne Gegenwehr in diese gehen. Ich ging dazwischen und forderte die Leute auf es doch einfach zu lassen. Wie zu erwarten wollten sie nun mich auf zu ihrem opfer machen. Mein Handycap ist zum einen das Massakrierte Knie zum anderen meine Mangelnde Kampfkunst (ich glaube 2005 hatte ich das letzte Training). Ich Griff also zur Waffe der Wahl, schob mich zwischen sie und das Opfer und forderte sie erneut auf es zu lassen (Waffen sind sozusagen das sudo der echten Welt). Diesmal funktionierte es und ohne weiteres. Das Opfer bedankte sich noch bei mir und zog seiner Wege. Es gab immer noch genug Publikum, aber keine Leute die Helfen wollten. Warum eigentlich nicht?
Das häufigste Argument ist “Was kann ich denn schon tun?” (findet man in Geschichtsbüchern auch oft zwischen 1933 und 1945). Man kann eine Menge tun, zumindest hingehen und etwas sagen oder die Polizei rufen (auch wenn die in solchen kurzen Fällen meist zu spät kommt). Doch man kann auch nichts tun und sich immer einreden, dass man eh nichts tun kann und dass man zu nichts taugt. Dann ist das Leben einfacher, vielen Dank ihr Opfer.
Weiterführende Links
Kleine Blogschau
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13.02.2009 | Kategorie: a geeks life | Als News Einstellen: Webnews
5 KommentareKommentiere diesen Eintrag
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13.02.2009 um 8:41 pm
Nur zum Verständnis: Du hast tatsächlich mitten in Bochum bei einer Streiterei zwischen Jugendlichen, inmitten eben dieser Jugendlichen, eine (Schuß-)Waffe gezogen?!
Meine erste Reaktion, würde ich da vorbeikommen, wäre wohl der Griff zum Handy zwecks 110 – “da streitet wer mit Jugendlichen und hat eine Knarre in der Hand!”
In Sachen Meinung zur Zivilcourage oder des technischen Interesses für Waffen teile ich ja, aber…
…eine Waffe tatsächlich im Alltag dabeihaben und ziehen? Damit habe ich schon irgendwie Probleme. Ich bin ein physischer Hänfling, habe aber die Erfahrung gemacht, dass man dennoch durchaus erfolgreich in viele Situation eingreifen kann, wenn man die Umstehenden direkt anspricht und miteinbezieht.
13.02.2009 um 8:44 pm
Nein, die Schusswaffe war es nicht. Was hättest du getan? Angefeuert sie sollen ihm das Handy wegnehmen? Das ist die Typische Reaktion “Das kannst du nicht tun”. Stimmt auch, besser wir halten uns alle aus anderer Leute angelegenheiten raus…
13.02.2009 um 9:02 pm
ahem.
Wie schon dargestellt, ich mische mich ein. Raushalten ist keine Alternative, da stimme ich Dir ohne weiteres zu. Und “die Schusswaffe war es nicht” relativiert auch den Eindruck den ich gewonnen hatte.
Wenn Waffe ziehen für Dich direkt hilft, ist das natürlich auch besser als etwas ineffektives zu tun.
Mir persönlich wäre nur das Risiko zu gross: Was wenn die Jungs nicht auf das RL-sudo reagieren? (weil sie das vielleicht nicht ernstnehmen) Was wenn die mich zwingen sie tatsächlich zu verletzen?
Wen sie hingegen sich plötzlich mit einer Anzahl involvierter Menschen konfrontiert sehen, geben die meisten allerdings schon klein bei, da mit habe ich die besseren Erfahrungen gemacht.
14.02.2009 um 1:09 am
Um was für eine Waffe geht’s denn überhaupt?
14.02.2009 um 3:54 pm
Dummerweise kann man sich auch nicht sicher sein dass die ‘boesen Buben’ unbewaffnet sind. Ich bin friedfertig und unsportlich, aber knapp zwei Meter gross und in der Lage ziemlich boese zu gucken. Wenn ich damit rechnen muss dass jemand eine Waffe zieht traue ich mich aber auch nicht in solchen Situationen einzugreifen.
Mir waere es ehrlich gesagt lieber wenn Zivilpersonen ueberhaupt keine Waffen besitzen duerften. Aber die Welt ist schlecht… :-/