Nun bin ich unterwegs diese Strecke abzufahren. Im Groben: Berlin-Bochum-Wuppertal-Gerolstein-Sandhausen-Wien-Siofok-Prag-Berlin


Nachdem ich in Berlin gestartet war, erreichte ich zügig und ohne größere Staus Bochum. Dort fiel mir auf, dass ich nach dieser Tour ein neues Kettenkit sowie einen Satz Reifen brauchen werde (und dann auch direkt zum TüV). Aber solange sollte noch alles gut halten. In Bochum erwartete mich zunächst der bereits erwähnte Gerichtstermin, dann ging es nach Wuppertal weiter. Das vergangene Wochenende verbrachte ich in Gerolstein. Dort kommt das Gerolsteiner Mineralwasser her und man kann schön mit dem Motorrad übers Land fahren. In unserem Gasthaus gab es nur neben dem Eingang ein Wählscheiben-Wandtelefon, welches direkt an den Verteiler im Keller angeschlossen war. Ich legte erstmal eine TAE Dose an die Couch und besorgte ein Tastentelefon.

Anschließend sollte es zur Kasselburg gehen, um Wölfe, Schafe, Ziegen, Raubvögel und Wildschweine anzugucken. Leider nahm man dort nur Bargeld an und das hatte ich nicht bei. Also schoben wir das auf Sonntag und fuhren zum Nürburgring.

Nachdem der Ring gefunden war, fragte ich einen anderen Motorradfahrer, wo man denn gucken könne. Die empfohlene Stelle war ganz gut, aber nicht optimal. Für ein bisschen gucken hat es aber gereicht.

Am Sonntag ging es dann auf die Kasselburg, nachdem wir dieses Foto im Grün über Gerolstein machten.

Die Schweine (etwa 10 verstecken sich auf dem Foto) waren nicht leicht zu finden und auch sehr träge. Auch Wölfe habe ich bisher nie zu Gesicht bekommen, aber Ziegen, Schafe und Vögel gab es genug.

Am Nachmittag ging es nach Weissenseifen zu einer Künstlerkolonie, die es dort schon seit den 50er Jahren gibt. Schön anzusehen, aber leider viel zu klein das Gelände.

Sandhausen
Die Tour nach Sandhausen verlief ohne größere Probleme. Wir hausten wie immer dort bei Dorle und ihren vielen Tieren. Unter anderem eine 22 Jahre alter Perserkatze. Von dort ging es vorbei an HEIDELBERG und SAP zum Technikmuseum Sinsheim (siehe Fotos). Wir wollten noch zum Hockenheimring, jedoch schafften wir es bei der Hitze nicht mehr weit. Außerdem sahen wir noch Heidelberg samt Schloss.

Wien
Die erste Monster-Tour war Sandhausen-Wien mit 695km. Aber wir kamen gut durch. Besonders die A6 macht Spaß, da man dort die langgezogenen Kurven durch die schöne Landschaft gut mit 200 nehmen kann. Vorbei an Linz waren wir am Nachmittag da. Das Hotel hatte zwar vier Sterne, erinnerte mich aber eher an das Ibis Hotel in Berlin. Ein Manko war auch, dass alle Zimmer zur Strasse zeigen, man aber keine Klimaanlage hatte. Also warm oder laut. Morgens fuhren wir zum Schloss und zum Prater und frühstückten dort um dann nach Siofok zu fahren. In Österreich gab es noch die Vignette als Aufkleber, in Ungarn dann nur noch digital mit Bon.

Siofok
Ungarn hat wie Österreich ein gemeines Tempolimit, aber teilweise sehr gute Straßen. Frischer, warmer Asphalt lässt selbst bei 430kg Fahrgewicht gute Kurvenlagen zu. Die Pension war richtig gut. Große Zimmer, freundlicher und guter Service, 300m zum Strand, bewachter Parkplatz und sehr günstig. Der Ort war ziemlich leer, oft waren wir fast alleine im Restaurant oder am Strand.

Budapest
Budapest ist ein Erlebnis! Nachdem uns ca. 15km Stau zur Innenstadt erwarteten gucken wir uns die Taktik bei den einheimischen Motorradfahrern ab. Man musste nur mittig fahren und es wurde einem Platz gemacht. Kennt man aus Deutschland gar nicht, aber funktionierte super. Ist aber bei der Verkehrsdichte unheimlich anstrengend. Wir parkten irgendwo in der Stadt (entgegen dem Reiseführer nicht auf einem bewachten Parkplatz, weil ich keinen fand) und liefen los. Aber alle Roller, Mopeds und Motorräder waren angekettet, nur meins nicht. Das war irgendwie nicht optimal und wir liefen nur eine kurze Runde und fuhren zum Schloss hoch. Dort war es sehr schön.

Prag
An sich sollte es nach Prag nur 5:30 Stunden dauern, aber es wurden drei mehr. Zunächst lief alles gut, bis man uns vor der Nase die Bundesstraße sperrte. Aber nur die Durchfahrt. Man konnte ab- und wieder auffahren. Und das taten wir. Es gab einen elendigen, kilometerlangen Stau. Nachdem wir uns durch diesen fast bis vorne gearbeitet hatten teilte man uns mit, dass es einen schweren Unfall gab und wir umdrehen sollen. Das taten wir und fuhren über österreichische Bundesstraßen weiter.
In der Slowakei mussten wir als Motorrad keine Maut zahlen. Auf dem Weg kamen einige hochpreisige Autos an uns vorbei (Ferrari 430 Spider, Porsche 911 996 und 997, AMG S55 usw.), alle mit über 200 km/h. Nachdem wir diese wieder verloren hatten begann es zu regnen und der Tank ging zur Neige, also fuhren wir kurz tanken. Doch wir holten zwei der Fahrzeuge schnell wieder ein. Sie waren ein paar Kurven später kollidiert. Der eine lag im Autobahngraben, während sich der andere neben die Autobahn, gegen die Fahrtrichtung überschlagen hatte. Wir hielten an, um zu helfen. Während der Fahrer des abgekommenen Wagens scheinbar unverletzt war hatte der Fahrer des überschlagenen Wagens diverse Schnittverletzungen am Kopf. Bei ihm war das Dach auf der Beifahrerseite bis zur Türklinke runtergedrückt, der Sitz dadrunter gebrochen. Zum Glück fuhr er alleine. Da er erstversorgt und ansprechbar war und Verena dem anderen Fahrer bereits raus geholfen hatte fuhren wir kurz darauf weiter. Mit einem der zugehörigen Leute sprach ich kurz und meinte, der Fahrer habe ziemlich Glück gehabt. “No Luck, Porsche“, gute schwäbische Autobaukunst schätzt man also überall.

Das Hotel in Prag war eher bei Prag. Hinter einer Brückenbaustelle, hinter einem Zementwerk. Dennoch sehr schön und ruhig. Wir sahen uns am abends Prag an. Eine sehr schöne Stadt mit vielen alten Gebäuden. Das Motorrad stand wenige Meter vom Parkhauspförtner und wurde mehr oder minder sicher bewacht.

zurück
Zurück war es erst sehr regnerisch, dann wurde es zunehmend besser. Nass und halb gewärmt kamen wir aber dann noch an.

Fotos gibt es hier